„Das Clinician Scientist Programm war das Beste, was mir passieren konnte“

Rund 140 junge Ärzt*innen, ihre Mentor*innen und Klinikdirektor*innen sowie Mitglieder des Clinician Scientist Boards trafen sich im Januar 2019 im stilvollen Ambiente auf Schloss Genshagen im Süden Berlins zu einem Retreat: Sie alle eint die Zugehörigkeit zum BIH Charité Clinician Scientist Programm, das forschungsstarke angehende Fachärzt*innen dabei unterstützt, ihre klinische und wissenschaftliche Tätigkeiten zu vereinbaren.

„Wir finanzieren Assistenzärzt*innen in der Weiterbildung über einen Zeitraum von drei Jahren geschützte Zeit für ihre Forschungsprojekte, deren Erkenntnisse dann unmittelbar in die klinische Versorgung einfließen können“, erklärt Professor Duska Dragun, Direktorin der BIH Biomedical Innovation Academy und  Leiterin des BIH Charité Clinician Scientist Programms. „Bei unserem Treffen wird über inhaltliche sowie aktuelle strategische Aspekte des Progamms diskutiert, in den Pausen entstehen Ideen für innovative Forschungsprojekte und interdisziplinäre Kooperationen“, berichtet Professor Dragun, die selbst Transplantationsmedizinerin ist. Die Themen reichen von der Psychotherapie, deren Vertreterin eine spezielle Ambulanz für vietnamesische Migrant*innen eingerichtet hat, bis zur Onkologie, deren Vertreter eine neue Immuntherapie entwickelt. Allen Clinician Scientists merkt man die Freude an der Forschung an, die auch daher rührt, dass sie ihre Motivation aus der Arbeit mit den Patient*innen ziehen. Gegen Abend erhalten die jungen Akademiker*innen Einblicke in verschiedene Fördermöglichkeiten, etwa einer eigenen Nachwuchsgruppe oder einer Professur durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft oder der VolkswagenStiftung. Ulrich Dirnagl, der Leiter des Quest Centers des BIH, spricht über Qualität und Ethik in der Forschung, und zum abendlichen Kamingespräch kam sogar der BIH-Vorstandsvorsitzende Professor Axel Pries vorbei, der sich als Dekan der Charité natürlich sehr für die translationale Forschung interessiert.

„Das Clinician Scientist Programm war das Beste, was mir passieren konnte“, sagt Anton Henssen, der kindliche Krebserkrankungen untersucht. „So konnte ich Forschung und Klinik verbinden und musste mich nicht für eine Seite festlegen.“ Aktuell umfasst das Programm rund 100 Teilnehmer*innen und bereits 50 Alumni; Bewerbungen für die nächste Ausschreibungsunde laufen. Dieses Jahr startet zudem der erste Jahrgang der „Digital Clinician Scientists“, die den digitalen Wandel in der Medizin vorantreiben sollen. „Wir bilden die Zukunftsträger*innen der Medizin aus“, hebt Duska Dragun hervor. Was der Mission des BIH, die Ergebnisse aus der Grundlagenforschung in die Klinik zu bringen, mehr als zuträglich ist.