Erste Einstein BIH Visiting Fellows ernannt: Fellows erforschen Netzhauterkrankungen und Immunabwehr

Gemeinsame Pressemitteilung von Stiftung Charité, Einstein Stiftung Berlin und Berliner Institut für Gesundheitsforschung | Berlin Institute of Health (BIH)

Der Wissenschaftliche Beirat der Privaten Exzellenzinitiative Johanna Quandt hat gestern mit Professor Florian Sennlaub und Dr. Michael Sieweke die ersten Einstein BIH Visiting Fellows ernannt. Ab Januar 2015 werden beide Wissenschaftler über einen Zeitraum von zunächst drei Jahren mehrmals im Jahr am Berliner Institut für Gesundheitsforschung | Berlin Institute of Health (BIH) arbeiten. Mit ihren jeweiligen Kooperationspartnern an der Charité - Universitätsmedizin und dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) bauen sie Arbeitsgruppen auf, die sich auf translationale Medizin und Systemmedizin konzentrieren.

Florian Sennlaub ist Spezialist auf den Gebieten der Augenheilkunde und Immunbiologie. Gemeinsam mit Professor Olaf Strauß von der Klinik für Augenheilkunde an der Charité wird er sich der Erforschung der Interaktion des Immunsystems an der Barriere zwischen Netzhaut und Blutstrom widmen. Diese Interaktion ist an degenerativen Netzhauterkrankungen, wie zum Beispiel die altersbedingte Makuladegeneration und die hypertensive Retinopathie, beteiligt. Sennlaub forscht derzeit am Institut de la Vision in Paris. Mit seiner Expertise im Bereich der zellulären Immunreaktion wird er die translationale Forschung der Hypertonie und der Ursachen schwerer Netzhauterkrankungen am BIH entscheidend voranbringen. 

Michael Sieweke ist Forschungsdirektor am Centre d’Immunologie de Marseille-Luminy in Marseille und am Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS). In Berlin wird er ab 2015 mit Professor Klaus Rajewsky vom MDC die Funktionsweise von Makrophagen und deren Einflüsse auf unterschiedliche degenerative Krankheitsbilder der Lunge, des Herzens und des zentralen Nervensystems erforschen. Makrophagen sind weiße Blutkörperchen, die für die Immunabwehr und Geweberegeneration von zentraler Bedeutung sind. Dr. Sieweke arbeitet an der Schnittstelle von Immunologie und Stammzellforschung und will durch das Fellowship seine bereits bestehenden Kooperationen in der klinischen Forschung sowie in der Grundlagenforschung weiter ausbauen. Hierdurch gewinnen die Bereiche Hämatologie und Immunologie am BIH wertvolle Kompetenz.

Das Einstein BIH Visiting Fellows-Programm ist eine Kooperation von Stiftung Charité und Einstein Stiftung Berlin. Mit einem Einstein BIH Visiting Fellowship werden international ausgewiesene Forscherinnen und Forscher ausgezeichnet, die das BIH mit ihrer wissenschaftlichen Expertise unterstützen und den Wissenschaftsstandort Berlin auf lange Sicht stärken. Die Förderung beträgt je Fellow bis zu 150.000 Euro pro Jahr und wird zunächst für einen Zeitraum von drei Jahren mit der Möglichkeit der Verlängerung bewilligt. Bis 2022 stellt die Stiftung Charité hierfür aus den Mitteln der Privaten Exzellenzinitiative Johanna Quandt bis zu 12,75 Mio. Euro zur Verfügung. Die Einstein Stiftung übernimmt den Begutachtungsprozess und sichert aufgrund des erprobten mehrstufigen Verfahrens die wissenschaftliche Qualität des Programms.