Frauen in der Wissenschaft: mit Vorbildern und Networking vorankommen

Dr. Elke Dworatzek, Wissenschaftlerin am Institut für Geschlechterforschung in der Medizin und Center for Cardiovascular Research (CCR) der Charité - Universitätsmedizin Berlin, und Dr. Daniela Panakova, Leiterin der Forschungsgruppe „Electrochemical signaling in development and disease“ am MDC, engagieren sich im Wissenschaftlerinnen-Netzwerk Ladies’ Science Club. Ein Interview zum Frauentag am 8. März.

Gemeinsam mit dem BIH haben Sie das 4. Networking-Event des Ladies’ Science Club organisiert, das am 3. März 2016 stattfand. Dabei ging es unter anderem um „Fallstricke“, die es jungen Wissenschaftlerinnen erschweren, Karriere zu machen. Welche sind das?

Daniela Panakova: Es gibt zu wenige Tenure-Track-Positionen in Deutschland, und insbesondere an Universitäten ist es schwierig, beispielsweise eine Juniorgruppe aufzubauen, um unabhängig forschen und weiter vorankommen zu können.

Elke Dworatzek: Außerdem ist das Thema „Work-Life-Balance“ für Wissenschaftlerinnen schwieriger in den Griff zu kriegen: Wenn sie ihren Doktortitel haben und karrieretechnisch richtig loslegen müssten, sind sie in dem Alter, in dem Frauen Kinder bekommen, wenn sie eine Familie möchten.

Daniela Panakova: Da brauchen Familien, wo beide Elternteile eine Laufbahn verfolgen möchten, einfach mehr Unterstützung. Hier bemüht sich das MDC sehr, seine Angestellten zu unterstützen. So können wir zum Beispiel eine Kindertagesstätte auf dem Campus nutzen, in der Babys ab einem Alter von vier Monaten willkommen sind.

Mit welchen Strategien können Wissenschaftlerinnen dem eigenen Erfolg auf die Sprünge helfen?

Daniela Panakova: Es gibt nicht den einen Weg, um erfolgreich Karriere zu machen. Besonders wichtig ist es, sich klar über die eigenen Ziele zu sein, selbstbewusst zu agieren – und keine Angst vor Fehlern zu haben. Daraus kann man lernen, insbesondere, wenn man sich nicht isoliert, sondern eine „peer group“ pflegt, also den Kontakt zu und das Networking mit Fachkolleginnen und -kollegen. Die kann man dann auch mal um Hilfe bitten – etwas, was wir Frauen oft nicht gut können. Auch Vorbilder sind wichtig, zum Beispiel erfolgreiche Wissenschaftlerinnen am eigenen Institut.

Elke Dworatzek: Bei dem Workshop, der Teil unseres Events war, ging es auch um Körpersprache. Sie ist ein wichtiges Instrument insbesondere in Verhandlungssituationen. Frauen können Körper und Stimme ganz bewusst einsetzen, um im „power play“ nicht den schwächeren Part einzunehmen und Vorteile zu erzielen. Coachings wie diese sind für uns Wissenschaftlerinnen unheimlich wertvoll; das Feedback auf den Workshop vergangene Woche war auch sehr positiv. Ich finde es toll, dass sich das BIH mit Veranstaltungen wie diesen für die Karriereförderung von Frauen engagiert.