Pressemitteilung: Professuren einer neuen Generation

Stiftung Charité und Berliner Institut für Gesundheitsforschung schreiben BIH Johanna Quandt Professorships mit echtem Tenure Track und neues Gastwissenschaftler-Programm aus

Die Stiftung Charité fördert neue Professuren am Berliner Institut für Gesundheitsforschung (Berlin Institute of Health, kurz: BIH). Das aktuell ausgeschriebene Programm lautet "BIH Johanna Quandt Professorships". "Ihre thematische Offenheit, ihre gezielte Adressierung von Frauen und ein echter Tenure Track machen die BIH Johanna Quandt Professorships zu weit mehr als klassischen Stiftungsprofessuren. Mit den beabsichtigten Berufungen beschreiten wir gleich in mehrfacher Hinsicht neue Wege", beschreibt Professor Dr. E. Jürgen Zöllner, Vorstand der Stiftung Charité, das neu ausgeschriebene Förderinstrument. "Wir möchten damit nicht nur eine neue Generation von Wissenschaftlerinnen aus den Life Sciences nach Berlin locken, sondern auch innovative Formate zur Förderung von Professuren etablieren, an denen sich das Wissenschaftssystem insgesamt orientieren kann." Das BIH beteiligt sich mit eigenen Mitteln an der Ausstattung der Professuren.

Die BIH Johanna Quandt Professorships richten sich explizit an Frauen, die bereits eine größere wissenschaftliche Unabhängigkeit erreicht haben und in den kommenden Jahren zu führenden Wissenschaftlerinnen avancieren werden. Sie setzen damit in jener Karriere- und Lebensphase an, in der der Frauenanteil im deutschen Wissenschaftssystem deutlich zurückgeht. Die BIH Johanna Quandt Professorships sind entsprechend W2-Professuren, die zunächst für fünf Jahre befristet sind, jedoch von Beginn an mit der Option einer Verstetigung auf Lebenszeit versehen werden. Die zu erfüllenden Bedingungen für den Übergang auf die Lebenszeitprofessur werden im Rahmen der Berufungsverhandlungen verbindlich festgelegt. Es handelt sich – wie vom Wissenschaftsrat empfohlen – um einen echten Tenure Track ohne Stellenvorbehalt.

Die neuen Professuren stehen nicht nur für mehr Chancengerechtigkeit und klare Karriereperspektiven. Sie zeichnen sich zudem durch eine thematische Offenheit im interdisziplinären Gebiet der Translationsmedizin aus. Die Berufung erfolgt auf ein von der Bewerberin selbst definiertem Gebiet und nicht – wie sonst üblich – auf ein vorgegebenes Fach. Entscheidend ist ein überzeugendes Konzept, wie die Professur die Übergänge von der Grundlagenforschung über die klinische Forschung bis in die Versorgungspraxis verbessert, sodass die Forschung schneller und besser bei Patientinnen und Patienten ankommt. Auch ärztlich tätige Wissenschaftlerinnen können sich bewerben. "Wir möchten, dass Wissenschaftlerinnen mit originellen Fragestellungen und kreativen Ideen zur Gestaltung einer auf sie selbst zugeschnittenen Professur die Berliner Gesundheitsforschung bereichern. Der Tenure Track garantiert ihnen die dafür erforderliche dauerhafte Karriereperspektive", fasst Professor Zöllner die Förderidee nochmals zusammen.

Die Stiftung Charité und das BIH finanzieren zunächst zwei BIH Johanna Quandt Professorships mit insgesamt 5 Mio. Euro für die ersten fünf Jahre. Die Besetzungen der W2-Professuren erfolgen jeweils auf dem Weg einer gemeinsamen Berufung durch das BIH und die Charité. Die Verstetigung als Lebenszeitprofessuren wird in Kooperation des BIH mit der Charité und dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin ermöglicht. Die Stiftung Charité unterstützt mit den BIH Johanna Quandt Professorships auch das weitere Zusammenwachsen der Berliner Gesundheitsforschung.

Gastwissenschaftler aus Deutschland für das BIH

Neue nationale Kollaborationen sind mit den BIH Visting Professorships möglich. Mit diesem Programm werden Gastaufenthalte am BIH gefördert. Führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von einer Universität, einem Universitätsklinikum oder einer außeruniversitären Forschungseinrichtung in Deutschland können mit Partnern vor Ort neue translationale und interdisziplinäre Forschungsprojekte aufsetzen oder bestehende Zusammenarbeiten in der translationalen Medizin intensivieren. Gefördert werden die Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler mit bis zu 10.000 Euro für drei bis neun Monate.

Bewerbungsfrist für die ersten Ausschreibungen der neuen Förderprogramme ist der 31. März 2016.