Pressemitteilung: Spitzenwissenschaftler folgen Einladung nach Berlin

Stiftung Charité vergibt 1,35 Mio. Euro zum Aufbau neuer Forschungsgruppen durch international renommierte Gastwissenschaftler als Einstein BIH Visiting Fellows

Die Stiftung Charité holt drei Spitzenwissenschaftler aus dem Ausland für eine Gasttätigkeit an das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH). Sie bleiben an ihren Heimatinstituten beschäftigt, bauen aber parallel eine neue Forschungsgruppe in Berlin auf und erhalten für diesen Zweck ein umfassendes Förderpaket. "Wir freuen uns, einen echten Beitrag leisten zu können, um international hoch renommierte Wissenschaftler für das BIH zu gewinnen. Berlin wird dadurch mehr und mehr zu einem globalen Knotenpunkt in den Lebenswissenschaften", resümiert Professor Dr. E. Jürgen Zöllner, Vorstand der Stiftung Charité, die jüngst getroffenen Förderentscheidungen.

Zu den neuen Einstein BIH Visiting Fellows:

Professor Dr. Ulrich Müller (Scripps Research Institute, San Diego, Kalifornien, USA) ist führend in der biosensorischen Forschung. Seine Arbeitsgruppe in Berlin wird sich mit der Mechanosensorik von Haarzellen beschäftigen, die beispielsweise im Innenohr einen wichtigen Beitrag zum menschlichen Hörvermögen leisten und bei Defekten bis zur Taubheit führen können. Ähnlichkeiten zu den sogenannten Transduktionsmechanismen beim Ertasten über die Haut und beim Schmerzempfinden, zu denen im BIH insbesondere die Gruppe von Professor Dr. Gary Lewin forscht, sollen gesucht und für die Entwicklung von neuen Behandlungsmöglichkeiten genutzt werden.

Professor Dr. Rolf Bodmer (Sanford Burnham Prebys Medical Discovery Institute, ebenfalls San Diego, Kalifornien, USA) wird seine umfassenden Forschungserfahrungen mit einem auf der Fruchtfliege (Drosophila) beruhenden Tiermodell in Berlin einbringen, um die genetischen Ursachen von Herzfehlbildungen besser zu verstehen. In enger Kooperation mit der Berliner Professorin Dr. Silke Sperling soll die neue Forschungsgruppe mittels der Modellierung des Drosophila-Herzens Gene identifizieren, die zur personalisierten Behandlung von Menschen mit angeborenen Herzfehlern genutzt werden können.

Professor Dr. Bassem Hassan ist ein anerkannter Neurowissenschaftler am Flämischen Institut für Biotechnologie (VIB) und an der Universität Leuven. Gemeinsam mit dem Berliner Labor von Professor Dr. Peter Robin Hiesinger und dessen technologischen Möglichkeiten auf dem Gebiet des Live Imagings soll untersucht werden, wie neuronale Netze evolutionsgenetisch entstehen. Die neue Arbeitsgruppe wird mithilfe von gezielten Manipulationen am Tiermodell untersuchen, wie sehr die Entwicklung des Gehirns überhaupt genetisch bedingt ist oder von anderen Einflüssen abhängt.

Alle drei Wissenschaftler erhalten mit der Förderung der Stiftung Charité die Möglichkeit, eine parallele Arbeitsgruppe am BIH aufzubauen. Mit jeweils bis zu 450.000 Euro an Fördermitteln für zunächst drei Jahre können sie wissenschaftliches Personal in Berlin einstellen, Geräte und Forschungsmaterialien beschaffen und mehrere Male pro Jahr zwischen den Standorten reisen.

Von der Stiftung Charité werden bereits der Nobelpreisträger Professor Dr. Thomas Südhof von der Stanford University sowie Dr. Florian Sennlaub vom Institut de la Vision in Paris und Dr. Michael Sieweke vom Centre d‘Immunologie de Marseille-Luminy (CIML) als Einstein BIH Visiting Fellows gefördert. Das Förderprogramm existiert seit dem Jahr 2014 und ist Teil der Privaten Exzellenzinitiative, die von der kürzlich verstorbenen Unternehmerin Johanna Quandt zum Auf- und Ausbau der Berliner Gesundheitsforschung gestiftet wurde. Die Stiftung Charité vergibt die Einstein BIH Visiting Fellows in Kooperation mit der Einstein Stiftung Berlin.