BIH Paper of the Month

Mit dem BIH Paper of the Month würdigt der Vorstand des BIH monatlich eine besondere Publikationsleistung aus dem gemeinsamen Forschungsraum von Charité und MDC. Das Paper of the Month wird von der Stiftung Charité im Rahmen ihrer Privaten Exzellenzinitiative Johanna Quandt gefördert. Der Preis wird zu Beginn jedes Monats für eine Publikation vergeben, die im vorletzten Monat veröffentlicht wurde (so wird im März eine Publikation aus dem Monat Januar prämiert). Als Datum der Veröffentlichung gilt die öffentliche Verfügbarkeit (online und/oder Druck) des Artikels, nicht jedoch eine “advanced publication“ von zur Veröffentlichung angenommenen Autorenmanuskripten. Das Preisgeld von 500 Euro erhält die Arbeitsgruppe, für die die Autorin oder der Autor mit BIH-Affiliation arbeitet.

Berücksichtigt werden Publikationen, die bei einer PubMed-Suche nach Veröffentlichungen mit direkter BIH-Affiliation (alleinige Affiliation über die Gliedkörperschaften reicht nicht aus) im entsprechenden Monat gefunden werden.

Zusätzlich können dem BIH per E-Mail jederzeit Publikationen vorgeschlagen werden.

Die Kriterien für die Preisvergabe sind:

  • Nennung der BIH-Affiliation

  • Passfähigkeit zur BIH-Strategie
    - Beitrag zu Erforschung/Diagnose/Therapie progredienter Krankheiten
    - Transfer zwischen Grundlagen- und klinischer Forschung
    - Transfer zwischen Forschung und kommerzieller Anwendung
    - Nutzung von BIH-Infrastrukturen
  • Originalität der Arbeit

  • Maßnahmen zur Qualitätssicherung bei der Erarbeitung und Veröffentlichung des Papers (z. B. Open-Access / Open-Data-Publikation, Verwendung von elektronischen Laborbüchern, transparente Dokumentation von Studienplanung und -durchführung, Publikation von negativen oder neutralen Ergebnissen, Replikationsstudien etc.)

  • Beteiligung von
    - Nachwuchswissenschaftlern
    - unterschiedlichen Forschungsdisziplinen
    - Internationalen Autoren

  • Gender Balance

BIH Paper of the Month 'Januar'

Anfang März wurde Angela M. Kaindl vom Institute of Cell Biology and Neurobiology der Charité mit dem BIH Paper of the Month ausgezeichnet. Die Veröffentlichung “CDK5RAP2 Is Required to Maintain the Germ Cell Pool during Embryonic Development” wurde in Stem Cell Reports unter Open Access Bedingungen publiziert und hat insgesamt nur fünf Autorinnen und Autoren und einen hohen Anteil an BIH-Affiliierten.

Kaindl hat in der Vergangenheit gezeigt, dass Mutationen im Gen CDK5RAP2 zu Mikrozephalie führen. Diese Arbeit zeigt zum ersten Mal, dass das ubiquitär exprimierte Cdk5rap2 auch für die Erhaltung der Keimzellen während der Embryoentwicklung erforderlich ist. So verlängern bestimmte Genveränderungen in CDK5RAP2 die Mitose der Keimzellen. Die verlängerte Mitose ist mit einem massiven Absterben der Keimzellabkömmlinge verbunden und führt bei männlichen Mäusen zur Sterilität. Die Klärung der Mechanismen, die dieses Absterben bewirken wird unser Verständnis für die Entstehung der Mikrozephalie erweitern und könnte neue Ansätze bei der Diagnose dieser und anderer Erbkrankheiten eröffnen.

 

Zaqout S, Bessa P, Krämer N, Stoltenburg-Didinger G, Kaindl AM. CDK5RAP2 Is Required to Maintain the Germ Cell Pool during Embryonic Development. Stem Cell Reports. 2017 Jan 31. pii: S2213-6711(17)30017-6. doi: 10.1016/j.stemcr.2017.01.002.

Abstract

Gene products linked to microcephaly have been studied foremost for their role in brain development, while their function in the development of other organs has been largely neglected. Here, we report the critical role of Cdk5rap2 in maintaining the germ cell pool during embryonic development. We highlight that infertility in Cdk5rap2 mutant mice is secondary to a lack of spermatogenic cells in adult mice as a result of an early developmental defect in the germ cells through mitotic delay, prolonged cell cycle, and apoptosis.

Da die Veröffentlichung unter Open Access Bedingungen publiziert wurde, ist sie frei verfügbar. Zum Download