15.05.2017

Hohe Auszeichnung für Krebsforscherin

Wilhelm-Warner-Preis 2017 geht an Angelika Eggert von Charité und BIH

Angelika Eggert hat den renommierten Wilhelm-Warner-Preis 2017 der gleichnamigen Stiftung erhalten. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Direktorin der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie an der Charité und Leiterin des Forschungsprojekts „Das Neuroblastom als Modell zur Krebsbekämpfung“ am BIH wurde für ihre herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Krebsforschung und der Behandlung von Krebspatienten mit Neuroblastom, einer häufigen Tumorerkrankung des Kindesalters, ausgezeichnet.

Die Wilhelm-Warner-Stiftung wurde im Jahr 1961 gegründet. Sie vergibt den Preis jährlich an namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem deutschsprachigen Raum, die Herausragendes bei der Erforschung und Therapieentwicklung von Krebserkrankungen geleistet haben. Die Auszeichnung ging bereits an renommierte Persönlichkeiten wie Georges J. F. Köhler, Nobelpreisträger 1984, und Harald zur Hausen, Nobelpreisträger 2008.

Die Preisverleihung durch emeritierten Professor Dieter K. Hossfeld, den Vorsitzenden der Wilhelm-Warner-Stiftung und ehemaligen Direktor der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, fand im Rahmen eines Festaktes am 12. Mai im Hubertus Wald Tumorzentrum in Hamburg statt. In seiner Laudatio würdigte Hossfeld die Arbeiten von Angelika Eggert auf dem Gebiet der Neuroblastomforschung als international wegweisend. In ihrer Preisrede sprach die Geehrte über „Wege zur Präzisionsmedizin kindlicher Krebserkrankungen am Beispiel des Neuroblastoms“. Aus Angelika Eggerts langjährigen Forschungsarbeiten zur molekularen Pathogenese und Präzisionsmedizin des Neuroblastoms entstanden neue Strategien für die Diagnostik und Behandlung des Neuroblastoms. Diese sollen zukünftig im Rahmen klinischer Studien der deutschen Neuroblastom-Studiengruppe weiterentwickelt werden. Die Studiengruppe wird von Eggert gemeinsam mit Kollegen der Universitätsklinika Köln und Greifswald geleitet.

Angelika Eggert hat in Essen Medizin studiert und dort ihre Ausbildung zur Fachärztin für Pädiatrie absolviert. Nach einem Post-Doctoral Fellowship in Philadelphia, USA, baute sie in Essen als C3-Professorin für Pädiatrisch-Onkologische Forschung ein eigenes Forschungslabor auf, bevor sie ab 2008 als Direktorin die Leitung der Klinik für Pädiatrie III am Universitätsklinikum Essen übernahm und zusätzlich von 2007 – 2013 als Direktorin das dortige Westdeutsche Tumorzentrum als eines von 15 onkologischen Spitzenzentren in Deutschland leitete. Seit Juli 2013 ist Eggert Direktorin der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie an der Charité. Für das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) koordiniert sie als Standortsprecherin die Krebsforschung am Partnerstandort Berlin. Sie leitet zudem gemeinsam mit Professor Matthias Selbach, MDC, eine Forschungsgruppe zum Neuroblastom am Berlin Institute of Health (BIH).