03.03.2017

Pressemitteilung: Fünf neue Chairs für translationale Medizin am Berlin Institute of Health

Gemeinsame Berufungsverfahren mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin gestartet

Das Berlin Institute of Health (BIH) sucht für seine zentralen wissenschaftlichen Schwerpunkt­themen die ersten Chairs, die als Gründungsdirektorinnen und -direktoren neuer Zentren eine herausragende Rolle am BIH einnehmen sollen. Aktuell sind fünf W3-Professuren auf Lebenszeit ausgeschrieben: für Digitale Gesundheit, für Klinisch-Translationale Wissenschaften, für Krankheitsmodellierung, für Genomische Medizin sowie für Zell- und Gentherapie. Die Berufungen erfolgen gemeinsam mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin im Rahmen eines fast-track-Verfahrens. Professor Ulrich Dirnagl wurde zudem als erster Chair für das Center for Transforming Biomedical Research ernannt.

Der Wandel des Gesundheitswesens hin zu einer nutzenorientierten Gesundheitsversorgung stellt die Gesellschaft vor enorme Herausforderungen. Die personalisierte Medizin nimmt in diesem Wandel eine Schlüsselposition ein. Im Rahmen seiner neuen wissenschaftlichen „BIH-Strategie 2026“ fokussiert das Berlin Institute of Health (BIH) auf neue und verbesserte Ansätze der personalisierten Medizin und baut gemeinsam mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) zwei zentrale Forschungsprogramme und vier wissenschaftlich-technologische Plattformen aus. Die neuen Chairs werden in den folgenden Bereichen forschen:

  • Digitale Gesundheit
  • Klinisch-Translationale Wissenschaften
  • Krankheitsmodellierung
  • Genomische Medizin
  • Zell- und Gentherapie

Die Chairs übernehmen nicht nur eine wissenschaftliche Spitzenposition, sondern als Gründungsdirektorinnen und -direktoren auch die Leitung eigener BIH-Zentren innerhalb der wissenschaftlichen Plattformen. In den vier Plattformen werden Einzelaktivitäten verknüpft, neue Formen der Zusammenarbeit ermöglicht und innovative interdisziplinäre Spitzenforschung gebündelt. Dies betrifft beispielsweise zentrale Einrichtungen für die klinische Forschung von Charité und BIH in der Plattform Klinisch-Translationale Wissenschaften, Forschungsinitiativen zur Implementierung der Digitalisierung in den Lebenswissenschaften und Medizin in der Plattform Digitale Medizin und im BIH-Zentrum Digitale Gesundheit oder die Bündelung von Forschungsaktivitäten auf den Gebieten Stammzellbiologie, Genome Editing und Krankheitsmodellierung im BIH-Zentrum für Stammzellen und Krankheitsmodellierung.

Die einzelnen Forschungsthemen der Professuren sind zukunftsweisend. Geforscht werden soll unter anderem in den Bereichen Gesundheitsinformatik, Gesundheitsapps, künstliche Intelligenz, moderne Bildgebung und Big Data, Genome Editing-Technologien in Zell-basierten Modellen und /oder humanisierten Tiermodellen, iPS-Zellen, individualisierten 2D- und 3D-Zellkulturen und Organoidmodellen. Auch der Aufbau klinischer Kohorten und klinischer Forschungsmethoden, der Ausbau der Biobank-Aktivitäten sowie die Etablierung einer modernen Genomsequenzierungspipeline, die Nutzung von Genomsequenzen, Omics- und geschützten Patientendaten für Diagnose und Behandlung, experimentelle Genomik und die Entwicklung und Anwendung neuartiger und regenerativer Therapien zur personalisierten Behandlung fortschreitender Krankheiten spielen eine große Rolle.

„Das BIH soll ein Ort sein, an dem wissenschaftliche Innovationen für die Medizin der Zukunft auf den Weg gebracht werden“, sagt Professor Erwin Böttinger, Vorsitzender des Vorstands. „Fortschritt entsteht durch Austausch und neue Allianzen. Wir wollen uns heute gemeinsam mit den exzellenten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an MDC und Charité und den neuen Chairs darauf fokussieren, was in zehn Jahren für die Gesundheit in unserer Gesellschaft relevant ist, und damit das Gesundheitswesen zu einem nutzenorientierten System mitgestalten.“

Die Rekrutierungsaktivitäten sind Teil der neuen „BIH-Strategie 2026“, die der Vorstand 2016 entwickelt hat. Die BIH-Strategie 2026 definiert die wesentlichen Schwerpunkte, in denen sich das BIH weiterentwickeln will und sieht vor, dass innerhalb der nächsten zehn Jahre zusammen mehr als 50 BIH Chairs, BIH-Professuren und Nachwuchsgruppenleiterpositionen eingerichtet und besetzt werden. Gemeinsam mit der Fakultät der Charité wurde ein fast-track-Verfahren etabliert, das den Anforderungen des internationalen Wettbewerbs hinsichtlich strafferer Zeiträume gerecht wird.

Professor Ulrich Dirnagl zum ersten Chair ernannt

Die Innovationen des BIH sollen nicht nur durch die Forschungsprogramme und -plattformen entstehen, sondern auch durch eine neue Technologietransfer-Strategie und das Center for Transforming Biomedical Research gestärkt werden. Das Center ist eine neue Einheit, die auf Qualitätssicherung, Generalisierbarkeit sowie Zugang zu Forschung, Forschungsmethodik, -ergebnissen und -daten zielt. Die BIH-Forschung soll offen und verlässlich sein. Das Center wird seit März von Professor Ulrich Dirnagl, Neurologe und Schlaganfallforscher an der Charité geleitet. Qualitätsstandards und Reproduzierbarkeit biomedizinischer Forschung sind seit Jahren Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit.

Dirnagl studierte Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München und war dort wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Neurologie, bevor er in die Vereinigten Staaten an die Cornell University wechselte. 1993 kam er zur Charité und wurde 1999 Direktor der Abteilung Experimentelle Neurologie. Er ist zudem unter anderem Mitglied des Vorstands des Exzellenzclusters „NeuroCure“, Direktor des Centrums für Schlaganfallforschung (CSB) und klinischer Koordinator des Berliner Standortes des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen.

 

Über die Rekrutierungsstrategie

Die BIH-Strategie 2026 sieht vor, dass innerhalb der nächsten zehn Jahre zusammen mehr als 50 BIH Chairs, BIH-Professuren und Nachwuchsgruppenleiterpositionen eingerichtet und besetzt werden. BIH Chairs sind ausgewiesene Führungspersönlichkeiten mit herausragender, wissenschaftlicher Leistungsbilanz, die die Forschungsprogramme und -plattformen weiterentwickeln werden. BIH-Professuren zeichnen sich durch wissenschaftliche Exzellenz in den Forschungsfeldern der BIH-Strategie aus und verstärken den Impact von BIH, MDC und Charité. BIH-Nachwuchsgruppenleiterinnen und -leiter sind in einer frühen Karrierephase erfolgreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den Forschungsfeldern der BIH-Strategie.