Forschungsplattform Humanisierte Modellsystem und Zellengineering

Stammzelltechnologien und Genome-Editing-Verfahren sind zwei der vielversprechendsten jüngsten Entwicklungen in der biomedizinischen Forschung. Die Möglichkeit, gewöhnliche Zellen – beispielsweise Blutzellen – zu reprogrammieren und in Alleskönner-Zellen umzuwandeln, birgt riesiges Potenzial: Der Körper kann diese Zellen dann beispielsweise zur Geweberegeneration nutzen. Kein Wunder, dass diese Techniken bereits zu einem mächtigen Forschungsfeld geworden sind, von dem sich Mediziner- innen und Mediziner großen therapeutischen Nutzen versprechen.
Wenn es nach dem Willen der Forscherinnen und Forscher geht, könnte es bald möglich sein, mit Enzymen Gensequenzen zu ändern und so krankheitsauslösende Mutationen zu reparieren. Möglichkeiten, die für die Entwicklung personalisierter Krankheitsmodelle sowie individueller Therapien von unschätzbarem Wert sind. Neue Verfahren ergänzen diese Entwicklungen. Mit diesen sogenannten humanisierten Modellen lassen sich menschliche Gewebe in Mäusen züchten und testen.

Die Charité und das MDC betreiben auf diesen Gebieten international anerkannte Forschung. Sie soll am BIH im gemeinsamen translationalen Forschungsraum weiter- entwickelt werden – durch ein neues Zentrum für Stammzellen und Krankheitsmodelle. Die Forschungsplattform Humanisierte Modellsysteme und Zellengineering soll der Ankerpunkt für das Zentrum sein.
Die Plattform unterstützt Forschende bei der Durchführung patientenspezifischer Stammzellstudien. Zudem wird es möglich sein, neue menschliche Modelle für die Stammzellforschung zu testen, Gene-Editing-Techniken weiterzuentwickeln und humanisierte Modellsysteme in speziellen Gebieten weiterzuentwickeln – z. B. artenübergreifende Transplantationen und Organs-on-a-Chip (menschliche Gewebe in künstlichen, mikrofluidischen Systemen). Die Arbeit wird von zwei BIH-Chairs und sechs BIH-Professuren geleitet. Das Ziel: Forschung auf höchstem Niveau.