PRDM16 – ein Zielprotein zur Therapie von Herzinsuffizienz

TRG "PRDM16 - a therapeutic target for heart failure"

Herzinsuffizienz ist ein lebensbedrohliches Krankheitsbild und tritt häufig bei Patientinnen und Patienten auf, die in einem fortgeschrittenen Stadium unter einer genetisch bedingten Erkrankung des Herzmuskels leiden. In diesem Projekt konzentrieren wir uns auf den transkriptionellen Regulator PRDM16, der bei Herzmuskelkrankheiten Mutationen aufweist und deswegen eine potenzielle Zielgröße für neue Therapeutika ist.

Koordination

Prof. Norbert Hübner
Max Delbrück Center for Molecular Medicine

PD Dr. Sabine Klaassen
Charité - Universitätsmedizin Berlin

Drei Fragen an das Projektteam

Priv. Doz. Dr. Sabine Klaassen, Co-Koordinatorin
Priv. Doz. Dr. Sabine Klaassen, Co-Koordinatorin

1. Welche neue Idee steckt in Ihrem Projekt?

Die genaue molekulare Rolle von PRDM16 für die Herzentwicklung und -funktion ist nicht bekannt. In einem Screening von PRDM16 Zebrafisch Mutanten konnten fünf Melanocortin-Rezeptor-Antagonisten identifiziert werden, die die Entstehung der Herzinsuffizienz unterdrücken konnten. Das Melanocortinsystem ist bisher mit Adipositas-bedingtem Bluthochdruck, aber nicht mit Herzmuskelerkrankungen in Verbindung gebracht worden. Diese wichtigen Ergebnisse führen uns nun dazu, das Melanocortinsystem im Herzen weiter gezielt zu untersuchen, was innovativ, aber auch herausfordernd ist.

2. Wie passt Ihr Projekt zur translationalen Ausrichtung des BIH?

Die Entwicklung von Therapien für Herzmuskelerkrankungen ist eine dringende Aufgabe. Das große Potenzial dieser Studie liegt in der Identifizierung der molekularen Interaktionen von PRDM16 und der Charakterisierung und Behandlung eines PRDM16-Mausmodells mit einem Melanocortin-Rezeptor-Antagonisten. Die erfolgreiche Implementierung einer Therapie der Herzmuskelerkrankung mit einem „small molecule“ wäre ein Durchbruch in der Kardiologie.

3. Wie können Patientinnen und Patienten eines Tages von Ihren Ergebnissen profitieren?

Unsere Ergebnisse könnten zukünftig dazu beitragen, wirkungsvolle Behandlungsmethoden für die betroffenen Patientinnen und Patienten zu entwickeln und der Entstehung einer Herzinsuffizienz vorzubeugen. Dies würde eine gezielte medikamentöse Therapie bereits vor dem Eintreten von irreversiblen molekularen Veränderungen ermöglichen.