Publikation klinischer Studien (IntoValue)

Eines unserer ersten Projekte, IntoValue, befasst sich mit der Publikation klinischer Studien. Die Publikation aller Ergebnisse aus klinischen Studien ist ein wichtiger Baustein, um den Nutzen biomedizinischer Forschung zu steigern und das Ausmaß ungenutzter Forschungsergebnisse zu verringern. Auch den Studienteilnehmern gegenüber ergibt sich eine Verpflichtung, ihrem Beitrag an der Forschung angemessen Rechnung zu tragen.

Viele Studienergebnisse werden jedoch gar nicht oder nur mit großer Verzögerung publiziert. Unter der Federführung der Medizinischen Hochschule Hannover und in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Freiburg (Cochrane Deutschland) möchten wir herausfinden, wie hoch der genaue Anteil der an allen 36 deutschen Universitätskliniken durchgeführten Studien ist, zu denen keine Ergebnisse publiziert wurden. Hierbei konzentrieren wir uns auf alle Studien, die in den Jahren 2009 - 2013 abgeschlossen wurden.

Die Ergebnisse der Studie finden sich als Preprint auf dem bioRxiv sowie als Publikation beim Journal of Clinical Epidemiology.  Außerdem erlaubt die dazugehörige Shiny-App die interaktive Visualisierung der Ergebnisse. Ein detailliertes Protokoll zur Methodik sowie alle zugehörigen Daten und Analyseskripte wurden im Open Science Framework (OSF) zur Verfügung gestellt.
Der Tagesspiegel hat hierzu berichtet.

Im nächsten Schritt werden wir die Studienleiter, Sponsoren und (bei Studien mit von uns identifizierten Ergebnispublikationen) korrespondierende Autoren kontaktieren, um zunächst die Ergebnisse unserer Nachverfolgung in einem Online-Survey zu validieren. Neben dieser Validierung sind auch allgemeine Fragen zu Ursachen der Nichtpublikation bzw. fördernden Faktoren für eine (zeitnahe) Ergebnispublikation geplant.

Dieses Projekt findet im Kontext der AllTrials Petition statt, an der sich das BIH beteiligt.

Ein detailliertes Protokoll zur Methodik sowie alle zugehörigen Daten und Analyseskripte wurden im Open Science Framework (OSF) zur Verfügung gestellt. Die Publikation ist beim Journal of Clinical Epidemiology zu finden.