BRAVO: Beiträge von Hochschulen zur Förderung des wissenschaftlichen Wertes ihrer biomedizinischen Forschung – Vergleichende Analysen

Unter dem Motto „Increasing Value, Reducing Waste in Biomedical Research“ wird weltweit der Qualitätsbegriff in der biomedizinischen Forschung kritisch reflektiert. Die maßgeblichen Kritiklinien beziehen sich dabei auf die Validität und Reproduzierbarkeit von experimentellen Studien sowie auf die Tendenz zur Publikation nur der erwünschten Studienergebnisse (Publication Bias, verzerrte Publikation).

BRAVO adressiert als Querschnittsthema sowohl 1) die Qualitätssicherung als auch 2) die Akzeptanz und Kulturalisierung bestimmter Qualitätskriterien in der biomedizinischen Forschung an deutschen medizinischen Fakultäten.

Das Ziel des Projektes ist, hochschulinterne Standards und Anreizsysteme zur Qualitätssicherung zu verbessern und zu fördern.

Im Projektteil 1 „Benchmarks für Qualitätsindikatoren“ wird untersucht, wie erfolgreich die medizinischen Fakultäten Maßnahmen zur Qualitätssicherung in der biomedizinischen Forschung anwenden. Die untersuchten Indikatoren sind z.B. Prä-Registrierung von Studien, Open Science/Data Sharing und die zeitnahe Publikation von Studienergebnissen.

Im Projektteil 2 „WiHo Stakeholder, SWOT Analysen“ wird der Prozess zwischen Einführung und Aneignung der in Projektteil 1 genannten „Increasing Value“-Anliegen an den medizinischen Fakultäten mit Hilfe von SWOT – und Status-Quo-Analysen untersucht. Dazu werden Projektverantwortliche klinischer Studien sowie Leitungspersonen der medizinischen Fakultäten mit Hilfe von Fragebögen und in Interviews befragt.

Auf Basis der beiden Projektteile soll weiterhin das Problembewusstsein für die „Increasing Value“ Debatte an den medizinischen Fakultäten und in der Öffentlichkeit erhöht werden. Durch ein erhöhtes Problembewusstsein und Anreizstrukturen für verantwortliche Forschung will BRAVO den Kulturwandel unter den Forschenden und eine dauerhafte Implementierung der veränderten Qualitätsindikatoren an den medizinischen Fakultäten unterstützen.