Der 1.000 € QUEST-Preis für NULL-Ergebnisse und Replikationsstudien

Veröffentlichen Sie Ihr NULL-Ergebnis – Kämpfen Sie gegen das negative Publikations-Vorurteil an!

Veröffentlichen Sie Ihre Replikationsstudien – Kämpfen Sie gegen die Replikationskrise an!

 

Traditionell bestehen starke Vorbehalte gegenüber Ergebnissen, die die von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern formulierte Hypothese nicht bestätigen oder unterstützen. Solche Ergebnisse werden als NULL-Ergebnisse bezeichnet (da die Nullhypothese nicht widerlegt werden konnte). Sie werden nur selten publiziert („Schubladen-Phänomen“) und gehen deshalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft verloren. NULL-Ergebnisse von gut durchgeführten Studien sind aus verschiedenen Gründen wichtig. Aufgrund des aktuellen Trends in Richtung „positiver Ergebnisse“ in der verfügbaren Literatur wird in systematischen Reviews die Wirksamkeit von Arzneimitteln oder die Effektgrößen von biologischen Phänomenen überschätzt. Die Kenntnis über „aussichtslose Wege" und „Sackgassen“ könnte andere davor bewahren, Experimente unnötigerweise zu wiederholen. Und - für viele überraschend - sind NULL-Ergebnisse zudem aufschlussreicher als „positive“ Ergebnisse. Ihr positiver und negativer prädiktiver Wert ist deutlich größer als der von Ergebnissen, die unsere Hypothese unterstützen (für Einzelheiten siehe hier und hier).

Vor 10 Jahren war die Veröffentlichung von NULL-Ergebnissen quasi unmöglich, sofern mit ihnen nicht eine besonders Aufmerksamkeit erregende These widerlegt wurde. Zum Glück hat hier ein Umdenkprozess stattgefunden, und viele Fachzeitschriften veröffentlichen heute unabhängig von ihrem Ausgang Ergebnisse (auch negative) von aussagekräftigen Studien, wie z. B. F1000Res, PeerJ, PlosONE, J Neg Res Biomed und viele andere. Im Übrigen publizieren alle diese Fachzeitschriften auch mit Open Access (siehe auch unseren Open Access Publication Fund).

Replizierbarkeit ist für den wissenschaftlichen Fortschritt grundlegend (siehe auch Stellungname der DFG). Leider findet die Replizierbarkeit von Studien in der akademischen Forschung nur wenig Anerkennung. Erst kürzlich konnten systematische Wiederholungsstudien zeigen, dass die aktuelle Biomedizin ein schwerwiegendes Replikationsproblem hat, was zur Erklärung einer sog. Replikationskrise geführt hat. Wir benötigen mehr systematische Replikationsbemühungen in hoher Qualität - unabhängig von ihrem Ergebnis!

QUEST verleiht 15 Preise im Wert von je 1.000 € an Erst-/Letzt-/Korrespondenzautoren (mit BIH, MDC oder Charité Affiliation) von präklinischen und klinischen Forschungsarbeiten, in denen es sich beim Hauptergebnis um ein NULL- oder „negatives“ Ergebnis handelt oder in denen die Replikation eigener Ergebnisse oder die anderer versucht wurde. Es werden Veröffentlichungen ab Januar 2016 akzeptiert.

Die Preismittel (Reisekosten oder Verbrauchsmittel) werden vom MDC oder der Charité verwaltet und können bis Ende 2018 ausgegeben werden. Die Preise werden fortlaufend vergeben. Die Preisträger werden auf den QUEST-Internetseiten veröffentlicht.

Um sich für den Preis zu bewerben, schreiben Sie bitte eine E-Mail mit einer kurzen Stellungnahme und der Veröffentlichung an questbihealth.de.

Publikationen mit Autorinnen/Autoren (unabhängig von der Autorenposition), die auch Mitarbeiter/innen des QUEST Centers sind, können nicht berücksichtigt werden.

Jede/r Wissenschaftler/in kann sich nur einmal pro Preis bewerben.