Berliner Institut für Gesundheitsforschung

Forschung für die Gesundheit der Menschen

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung | Berlin Institute of Health (BIH) ist eine Wissenschaftseinrichtung für Translation und Präzisionsmedizin. Das BIH widmet sich neuen Ansätzen für bessere Prognosen und neuartigen Therapien bei progredienten Krankheiten (fortschreitenden Krankheiten) und ungelösten Gesundheitsproblemen (unmet medical needs), um Menschen Lebensqualität zurückzugeben oder sie zu erhalten.

Unser Fokus liegt darauf, die komplexen Mechanismen und Faktoren von schweren Krankheitsverläufen zu verstehen und das individuelle Risiko für Patientinnen und Patienten zu definieren, um die Vorhersagen von progredienten Krankheiten zu verbessern und neuartige Therapien für personalisierte Behandlungen zu entwickeln und anzuwenden.

Unser Ziel ist es, mit translationaler Spitzenforschung und Innovationen den Weg für eine nutzenorientierte personalisierte Gesundheitsversorgung zu ebnen.

Die Charité – Universitätsmedizin Berlin und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind Gründunginstitutionen und im BIH eigenständige Gliedkörperschaften. Das BIH bündelt die Stärken von Charité und MDC in einem gemeinsamen Forschungsraum.

Translationale Forschung mit systemmedizinischem Ansatz

Grundlagenforschung, klinische Forschung und die Anwendung in der medizinischen Praxis stehen am BIH gleichberechtigt nebeneinander. Translation verstehen wir als Übertragung von Erkenntnissen aus dem Forschungslabor in die klinische Forschung sowie in die klinische Praxis, aber auch umgekehrt: Erkenntnisse forschender Klinikerinnen und Kliniker über sogenannte ungelöste Gesundheitsprobleme (unmet clinical needs) fließen auch in Forschungsprojekte ein. Translationale Medizin verstehen wir am BIH als bidirektionalen und disziplinenübergreifenden Prozess.

Die BIH-Forschung ist systemmedizinische Forschung. Dabei stehen explizit nicht einzelne Krankheiten im Mittelpunkt, sondern übergreifende Prozesse und Mechanismen, die Gesundheit und Krankheit beeinflussen.

Durch die Anwendung systemmedizinischer Ansätze können wir die Mechanismen und Verläufe von schweren Krankheiten erkennen und verstehen, wie sie sich in Individuen unterschiedlich entwickeln. Systemmedizinische Forschung hilft uns, Risikomechanismen zu erkennen und therapeutische Mechanismen zu entwickeln.

Starke Partner im BIH

Für diesen neuartigen Forschungsansatz, die Verbindung von translationaler Forschung und Systemmedizin, sind Charité und MDC mit ihren komplementären Expertisen hervorragende Partner. Das MDC bringt seine exzellente molekulare und systembiologische Forschungskompetenz ein und hat Zugang zu Krankheitsmodellen sowie neuesten Entwicklungen in den Hochdurchsatz-Omics-Technologien. Die Charité verfügt über herausragende Kompetenz in der patientenorientierten Forschung. Kennzeichnend für die Charité sind die Nähe und Vernetzung von Grundlagen- und klinischer Forschung, Lehre und Nachwuchsförderung mit der Anwendung in der Hochleistungsmedizin. Herausragend ist zudem die Expertise der Charité bei Volks- und seltenen Krankheiten, seien sie chronisch oder auch akut bedrohlich. Durch standardisierte Untersuchungsmethoden und etablierte Biobanken sowie Datenbanken erhalten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Zugang zu gut charakterisierten Kohorten von Patientinnen und Patienten und damit differenzierte Erkenntnisse für Forschungsprojekte und klinische Studien.

Internationale Kooperationen haben hohe Priorität: Wir etablieren strategische Partnerschaften mit international ausgewiesenen Forschungseinrichtungen und dem Ziel, gemeinsam die translationale Forschung erfolgreich zu gestalten.

Diese lokalen Kompetenzen und globalen Stärken werden im BIH unter einem Dach zusammengeführt, damit auf regionaler Ebene eine neuartige und dauerhafte Struktur der translationalen Forschung etabliert wird, die – in Berlin, in Deutschland, in Europa und darüber hinaus – dazu beiträgt, die Gesundheit der Menschen zu verbessern.

Finanzielles und Rechtliches

Das BIH ist eine außeruniversitäre Wissenschaftseinrichtung des Landes Berlin. Es wird seit 2015 gemeinsam vom Bund und vom Land Berlin finanziert (Schlüssel 90:10). Insgesamt stehen von 2017–2020 rund 290 Millionen Euro zur Verfügung. Im Rahmen einer „Privaten Exzellenzinitiative“ hat zudem die verstorbene Unternehmerin und Stifterin der Stiftung Charité, Johanna Quandt, insgesamt bis zu 40 Millionen Euro bereitgestellt, um den Aufbau des BIH und die Etablierung der translationalen und nutzenzorientierten Medizin in Berlin zu unterstützen. Diese Fördermittel werden von der Stiftung Charité verwaltet.

Im deutschen Wissenschaftssystem ist das Berliner Institut für Gesundheitsforschung einmalig. Hier wird, erstmals in Deutschland, universitäre bzw. klinische, patientenorientierte Forschung mit grundlagenorientierter, nicht-universitärer Forschung in einer neuen Struktur nachhaltig miteinander verbunden.

Das BIH wurde im März 2013 als Innen-Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet. 2015 wurde das Institut durch ein Berliner Landesgesetz in eine Körperschaft des öffentlichen Rechts überführt. Gemäß Gesetz sind Mitglieder des BIH die hauptamtlich bei der Charité beschäftigten Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer (Professorinnen und Professoren, Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren) sowie die leitenden wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des MDC.

MDC und Charité sind als Gliedkörperschaften des BIH weiterhin rechtlich selbstständig.