LEBENSQUALITÄT ERHALTEN, WERTE SCHAFFEN

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung | Berlin Institute of Health (BIH) hat eine gesellschaftliche Aufgabe: Innovationen in der Medizin zu schaffen. Sie tragen dazu bei, Lebensqualität zu erhalten und Werte zu schaffen. 2016 hat das BIH eine neue wissenschaftliche Strategie erarbeitet, die unsere Arbeit, Forschungsaktivitäten und Entscheidungen für die kommenden Jahre leiten wird: Die „BIH-Strategie 2026“.

Vision

Das BIH ist Wegbereiter für ein neues Modell der nutzenorientierten personalisierten Gesundheitsversorgung durch translationale Spitzenforschung mit systemmedizinischem Ansatz und Innovationen.

Mission

Das BIH widmet sich neuen Ansätzen für bessere Vorhersagen und neuartigen Therapien bei progredienten (fortschreitenden) Krankheiten und ungelösten Gesundheitsproblemen, um Menschen Lebensqualität zurückzugeben oder sie zu erhalten.

Forschungsziele

  • Die Vorhersagen bei progredienten Krankheiten verbessern.
  • Neuartige Therapien für personalisierte Therapien progredienter Krankheiten entwickeln und anwenden.

Digitalisierung, Patientenbeteiligung, systemmedizinische Forschung, neuartige und präzisere Therapien zur personalisierten Medizin sowie Innovationskultur sind strategische Eckpfeiler unserer nutzenorientierten Forschung.

Ausbildungsziele

Ziel ist es eine neue Generation von translational ausgebildeteten Forscherinnen und Forscher in iherer wissenschaftlichen und klinischen Forschung mit einem integrativen, transaltionalen und unternehmerischen Ansatz zu unterstützen.

Forschungsprogramme

Das BIH etabliert zwei translationale Forschungsschwerpunkte: 

  1. Forschungsprogramm Personalisierte Medizin Progredienter Krankheiten für eine verbesserte Vorhersage progredienter Krankheiten für einzelne Patientinnen und Patienten (neue Marker und Modelle)
  2. Forschungsprogramm Neuartige Therapien für Progrediente Krankheiten für die Entwicklung und Anwendung von neuartigen und regenerativen und personalisierten Therapien progredienter Krankheiten (neue Therapeutika und Produkte)

Vier große wissenschaftliche, technologische Forschungsplattformen ergänzen die translationalen Forschungsprogramme: Forschungsplattform Digitale Medizin; Klinisch-Translationale Wissenschaften; Multiskalen-Genomik; Humanisierte Modellsysteme und Zell-Engineering. Die Plattformen sind funktionale Organisationseinheiten im Sinne von Zentren und bieten den Forschenden Zugriff auf innovative Technologien, Methoden, Initiativen und Forschungsstrukturen. Diese Einheiten auf technologisch-wissenschaftlicher Ebene sind eine Weiterentwicklung der bereits existierenden Technologie- und Serviceleistungen der Core Facilities.

Das interaktive Zusammenspiel der Forschungsprogramme und -plattformen mit modernster technologischer Infrastruktur und wissenschaftlicher Methodik zeichnet die neue wissenschaftliche Fokussierung der translationalen Forschung am BIH aus.

BIH Translational Research CommonsBIH Translational Research Commons


Insgesamt werden wir mit unserer Forschung und mithilfe der Kompetenzen verschiedenster Disziplinen neue medizinische Ansätze entwickeln, die für das zukünftige Modell einer nutzenorientieren Gesundheitsversorgung entscheidend sein werden.

Die Plattformen im Einzelnen:

Forschungsplattform Digitale Medizin 

Die Digitalisierung ist eine Entwicklung, die alle gesellschaftlichen Bereiche verändert. Gesundheitsforschung ist ohne digitale Ansätze nicht mehr denkbar. Solche Ansätze entwickelt das BIH in der Plattform Digitale Medizin und fokussiert dabei auf 

  • den Aufbau einer integrierten Dateninfrastruktur,
  • die Vernetzung von Forschungs- und Gesundheitsdaten, 
  • die Digitalisierung von Patientendaten zur Nutzung in der Forschung, 
  • digitale Lösungen für Patienteninteraktion und -beteiligung und
  • mobile Anwendungen und Gesundheitsapplikationen.

Forschungsplattform Klinisch-Translationale Wissenschaften

Für eine vernetzte, translationale Forschung ist der Zugang zu gut charakterisierten Patientenkollektiven und deren Proben innerhalb einer guten Infrastruktur notwendig. Die Plattform ist eine wissenschaftliche Weiterentwicklung vorhandener Methoden, bietet Service und unterstützt klinisch-translationale Forschungsprojekte. Dazu gehören u. a. 

  • der Aufbau von Patientenkollektiven für krankheitsübergreifende Fragestellungen, 
  • die Entwicklung von Best-Practice-Modellen zu qualitätsgesichertem Design und zur Durchführung klinischer Studien unter Einbindung von Patientinnen und Patienten, 
  • die Etablierung einer breit angelegten Patienteneinwilligung als Standard für Patientenrekrutierungen sowie die sichere Lagerung und Aufbereitung von Patientenproben in einer hochmodernen automatisierten Biobank. 

Alle Aktivitäten sollen dabei sowohl skalierbar als auch transferierbar sein, um eine zukünftige Anbindung der klinisch-translationalen Forschung weiterer klinischer Versorgungs- und/oder Forschungseinrichtungen in Berlin-Brandenburg und in Deutschland zu ermöglichen.

Forschungsplattform Multiskalen-Genomik

Für die Erforschung von Mechanismen der Krankheitsursachen und progredienter Krankheiten mit systemmedizinischen Ansätzen ist eine hochmoderne Multiskalen-Genomik unabdingbar. Hier werden die genetischen Ursachen von Erkrankungen erforscht und die Rolle von Genen, Genvariationen und -mutationen sowie die Rolle des Mikrobioms in der Entwicklung von progredienten Krankheiten analysiert. Auch die Charakterisierung von Genvariationen in der DNA-Sequenz von Individuen und deren Assoziation mit phänotypischen Merkmalen sowie die Charakterisierung von regulatorischen Prozessen in biologischen Modellen für ein besseres Verständnis von pathogenetischen Mechanismen hat am BIH für die translationale Forschung hohe Relevanz.

Forschungsplattform Humanisierte Modellsysteme und Zell-Engineering

Die Entwicklung der induzierten pluripotenten Stammzelltechnologie (iPSC), der CRISPR-Cas9-Technologie zur Genom-Editierung und weitere Technologien der Genom-Editierung, beispielsweise auf der Basis von enzymatischen Systemen in Bakterien, haben die biomedizinische Forschung revolutioniert. Zudem ist es mittlerweile möglich, das Verhalten von humanem Tumorgewebe, pluripotenten Zellen oder humanen Pathogenen und deren Interaktion mit dem humanen Immunsystem in lebenden Modellen zu untersuchen. Die Forschungsplattform zielt u. a. auf die Weiterentwicklung hochmoderner Technologien der Stammzellforschung und Modellierung, auf die Entwicklung von Hochdurchsatzverfahren auf der Basis von humanisierten Modellen und auf deren Anwendung zur Erforschung von therapeutischen Zielmolekülen und Wirkstoffen.

Innovationstreiber

Zwei weiteren Organisationseinheiten kommt in der BIH-Strategie 2026 eine besondere Bedeutung zu: dem Technologietransfer und der Transformation der biomedizinischen Forschung, die innovativer, offener und verlässlicher werden soll. Hierfür etabliert das BIH das Zentrum für die Transformation Biomedizinischer Forschung.

Center for Transforming Biomedical Research mit Biomedical Innovation Academy

Mit dem Center for Transforming Biomedical Research (CTBR) wird eine neue Einheit etabliert, die auf Qualitätssicherung, Generalisierbarkeit und Zugang zu Forschung, Forschungsmethodik, -ergebnissen und -daten zielt. Die BIH-Forschung soll offen und verlässlich sein. Dafür wurden folgende Schwerpunkte definiert: 

  1. Optimierung der wissenschaftlichen Methodik hinsichtlich Reproduzierbarkeit, Zuverlässigkeit und Robustheit der biomedizinischen Forschung
  2. Bioethik und Research Policy: neue Strategien zur Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten unter Berücksichtigung der sensiblen Themen Datenschutz, Patientensicherheit und individuelle Personenrechte und deren Wahrung
  3. Forschung für die und mit der Bevölkerung: Planung und Ausführung sowie Ergebnisse der Forschung des BIH gemeinsam mit der Bevölkerung  

Zum CTBR gehört auch die Biomedical Innovation Academy (BIA), die auf die Ausbildung und Förderungen von translationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern fokussiert. Dazu gehören neben Trainingsangeboten Aus- und Weiterbildungsprogramme sowie interdisziplinäre Vernetzungsformate für Nachwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler alle relevanter Disziplinen. Die Biomedical Innovation Academy wird hierfür neue integrierte Ansätze entwickeln.

Technologietransfer

Die Innovationsleistung des BIH wird durch eine neue Transfer-Strategie vorangetrieben. Kernelemente der Strategie sind ein programmatischer, ganzheitlicher Ansatz, eine funktionale Governance und entsprechende Ressourcen, die eine schnelle Übersetzung von Forschungsergebnissen in die Praxis und in neue Produkte für Patientinnen und Patienten ermöglicht. Oberstes Ziel ist es, eine langfristige und nachhaltige Wirksamkeit zu erreichen und nicht lediglich einen kurzfristigen Return on Investment.