Eine qualitative Studie auf Basis von Experteninterviews

Als Reaktion auf die so genannte "Reproduzierbarkeitskrise" haben wissenschaftliche Institutionen und Drittmittelgeber damit begonnen, Veränderungen in der Belohnung und Finanzierung biomedizinischer Forschungsaktivitäten umzusetzen. Ziel des vorliegenden Projekts ist es, ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, wie unterschiedliche Interessengruppen diese laufenden Reformen einschätzen. Im Rahmen des Projekts soll ein Konsens darüber gefunden werden, wie robuste Forschungspraktiken effektiv unterstützt und unbeabsichtigte negative Folgen vermieden werden können. Zu diesem Zweck planen wir rund 40 semistrukturierte Einzelinterviews mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Biostatistikerinnen und Statistikern, Promovendinnen und Promovenden, sowie mit Schlüsselfiguren aus der Forschungsverwaltung und Governance an der Charité, dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin und dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung durchzuführen. Die ersten Interviews sind für März 2018 geplant.

Hintergrund: Die Reproduzierbarkeit und Robustheit der biomedizinischen Forschung wurde sowohl in der wissenschaftlichen als auch in der Laienpresse in den letzten Jahren immer wieder in Frage gestellt. Verfahren zur Sicherung der Forschungsqualität sind augenscheinlich nur begrenzt erfolgreich, wie Meta-Studien gezeigt haben. Wir glauben, dass Reformen am besten gelingen können, wenn zwischen den verschiedenen institutionellen Ebenen, biomedizinischen Forschern und Forschungsmethodikern große Übereinstimmung darüber herrscht, was reformiert werden sollte und wie Veränderungen umgesetzt werden können.

Das Projekt ist eine Kooperation zwischen Prof. Nadon (Principle Investigator), Associate Professor, der Abteilung für Humangenetik, der McGill University, Montreal, dem QUEST Center für Transforming Biomedical Research und der Charité – Universitätsmedizin Berlin und wird von der Schering Stiftung mitfinanziert. Prof. Nadon ist Visiting Fellow des QUEST Center.