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Systematisches Review von Modellen für neuropathische Schmerzen bei Nagetieren

Systematic Review of Neuropathic Pain Models in Rodents (SRoNPMiR)

Hintergrund

Neuropathische Schmerzen verzeichnen eine ansteigende Bevölkerungsprävalenz. Patienten erleben häufig einen ungenügenden Behandlungserfolg. Präklinische in vivo Forschung konnte auf qualitative und quantitative Geschlechterunterschiede in der Schmerzleitung und Schmerzbehandlung hinweisen. Dennoch basieren präklinische Schmerzmodelle und Medikamentenentwicklung hauptsächlich auf Versuchen mit männlichen Tieren (Mogil 2020). Dies steht im Widerspruch zu klinischen und epidemiologischen Evidenzlage, die oft eine gleiche oder höhere Krankheitslast bei Patientinnen aufzeigt (van Hecke 2014). Unser Forschungsprojekt soll auf die Relevanz von geschlechtersensiblen Forschung aufmerksam machen, sowie zur Erhöhung der translationalen Validität von präklinischer Schmerzforschung beitragen (Yezierski 2018).

Zielsetzung

Bisher stehen in der präklinischen Schmerzforschung keine meta-analytisch aufbereiteten Daten zu geschlechterspezifischen Schmerzverläufen bei Neuropathie-Modellen zur Verfügung. Die vermehrt vorhandenen stratifiziert vorliegenden Daten zu beiden Geschlechtern ermöglichen die Charakterisierung der Baseline-Schmerzwahrnehmung sowie postoperative Verlaufskurven für neuropathischen Schmerz für weibliche und männliche Tiere. Es wird außerdem analysiert, ob das biologische Geschlecht zur Modellanpassung beiträgt.

Methodik

Unser Projekt setzt sich aus einer Meta-Analyse und einer systematischen Übersichtsarbeit zusammen. In der Meta-Analyse ist unser Ziel, die Literatur in Bezug auf drei der etabliertesten Neuropathie-Modelle, die den Ischias-Nerv betreffen, systematisch zu sichten und Messwerte für drei verbreitete Schmerzmessmethoden zu extrahieren. Geplant ist, die geschlechtsspezifischen Verlaufskurven je Schmerzmodell und Schmerzmessmethode herauszuarbeiten. Für die Modellierung werden Bayesianische Modelle mit ordinalen Prädiktor-Variablen verwendet, um die longitudinale Datenerhebung bestmöglich widerzuspiegeln. Im Teil des Systematischen Reviews, liegt der Fokus auf der Darstellung von Forschungsfragen, -design, und -analyse, sowie der Diskussion der Resultate in Bezug auf die Integration des biologischen Geschlechts.

Erwartete Ergebnisse / Implikationen / Perspektiven

Unsere Ergebnisse können im Sinne der 3R Prinzipien in Entscheidungen zum Forschungsdesign, zur Schmerzbehandlungsstrategie und Beurteilung des Tierwohls einbezogen werden (Smith 2019, Sadler 2022). Wir möchten mit einem kritischen Blick auf angewandte Methoden prüfen, ob es Dokumentations- und Forschungslücken in Bezug auf geschlechtersensible neuropathische Schmerzforschung an Tieren gibt (Garcia-Sifuentes and Maney 2021).

Silke Kniffert, MSc

Wissenschaftliche Mitarbeiterin – FoRR

ORCID

Kontaktinformationen
Telefon:+49 30 450 543 667
E-Mail:silke.kniffert@bih-charite.de