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Verbesserung von Vertrauen, Integrität und Effizienz in der Forschung durch Reproduzierbarkeit auf einem neuen Niveau

Hintergrund

Die mangelnde Reproduzierbarkeit von Forschungsergebnissen ist in den letzten Jahren zu einem wichtigen Thema geworden. In einer Zeit, in der die Welt die COVID-19-Pandemie überwunden hat, ist es aufgrund des wirtschaftlichen Drucks (u. a. durch die zunehmende Kontrolle der Forschungsfinanzierung) und der offenkundigen Folgen des mangelnden gesellschaftlichen Vertrauens in die Wissenschaft dringend erforderlich, sich mit der Reproduzierbarkeit zu befassen. Eine Verbesserung der Reproduzierbarkeit könnte Ineffizienzen verringern, Wiederholungen vermeiden, die Kapitalrendite maximieren, Fehler vermeiden und Innovationen beschleunigen, um das Vertrauen, die Integrität und die Effizienz des globalen Forschungs- und Innovationssystems im Allgemeinen zu verbessern.

In Europa ist die European Research Area (ERA) ein ehrgeiziges Unterfangen zur Schaffung eines einheitlichen, grenzenlosen Marktes für Forschung, Innovation und Technologie in der EU. Das Bestreben einer besseren Reproduzierbarkeit von Forschungsergebnissen trägt direkt zu den Zielen der ERA bei und baut darauf auf.

Das Projekt TIER2 ist ein neues Projekt, das von der Europäischen Kommission im Rahmen des Programms Horizon Europe unter der Ausschreibung zur Verbesserung der Reproduzierbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse (HORIZON-WIDERA-2022-ERA-01-41) finanziert wird und von Januar 2023 bis Dezember 2025 läuft.

Zielsetzung

Das Hauptziel von TIER2 ist es, das Wissen über Reproduzierbarkeit zu erweitern, Werkzeuge zu schaffen, Gemeinschaften einzubinden, Maßnahmen und Strategien in verschiedenen Kontexten umzusetzen, um die Wiederverwendung und die Gesamtqualität von Forschungsergebnissen zu verbessern.

Konkret wollen wir:

  • Konzipieren: den konzeptionellen und evidenzbasierten Rahmen für das Projekt schaffen
  • Entwerfen: gemeinsam Maßnahmen für eine bessere Reproduzierbarkeit in verschiedenen Kontexten entwickeln
  • Umsetzen: den Wandel durch die Entwicklung von Interessengruppen auf Gemeinschaftsebene und die Erprobung neuer Maßnahmen und Instrumente für die Reproduzierbarkeit vorantreiben
  • Bewerten: Zusammenfassung der Ergebnisse aus dem gesamten Projekt unter Verwendung der Logik der Wirkungspfade und ökonometrischer Analysen zur Validierung des Rahmens
  • Empfehlen: gemeinsame Erstellung eines kohärenten Fahrplans für künftige Entwicklungen und
  • Vernetzen/Befähigen: Ausstattung von Forschern, Geldgebern, Verlegern und anderen mit den Fähigkeiten, Verbindungen und Ressourcen, um modernste Anleitungen, Instrumente und Dienstleistungen zu nutzen

Methodik

TIER2 wird sich mit dem Thema Reproduzierbarkeit befassen, indem es drei große Forschungsbereiche auswählt: Sozial-, Lebens- und Computerwissenschaften, sowie zwei disziplinübergreifende Interessengruppen: Forschungsverlage und Geldgeber, um die Reproduzierbarkeit in verschiedenen Kontexten systematisch zu untersuchen, inklusive:

  • Gründliche Untersuchung der erkenntnistheoretischen, sozialen und technischen Faktoren, die die Bedeutung und die Auswirkungen der Reproduzierbarkeit in verschiedenen Kontexten bestimmen
  • Aufbau einer aktuellen Evidenzbasis zu bestehenden Maßnahmen, Instrumenten und Praktiken der Reproduzierbarkeit und Ermittlung der wichtigsten Wissenslücken
  • Einsatz von Co-Creation-Techniken wie Szenario-Planung, Backcasting und nutzerzentriertes Design zur Auswahl, Priorisierung, Gestaltung/Anpassung und Umsetzung neuer Instrumente/Praktiken zur Verbesserung der Reproduzierbarkeit in verschiedenen Kontexten
  • Angleichung der Aktivitäten, um sicherzustellen, dass die Werkzeuge EOSC-interoperabel sind (European Open Science Cloud)
  • Unterstützung von Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau in Gemeinschaften (z. B. Reproduzierbarkeitsnetze), um das Bewusstsein, die Fähigkeiten und die Übernahme durch die Gemeinschaft zu fördern
  • Synthese von Wissen über Reproduzierbarkeitsgewinne und -einsparungen durch systematische Bewertung der Wirksamkeit von Interventionen in verschiedenen Kontexten
  • Gemeinsame Erarbeitung eines endgültigen Fahrplans für die künftige Reproduzierbarkeit, einschließlich politischer Empfehlungen, mit den Beteiligten

Erwartete Ergebnisse & Perspektiven

TIER2 wird das Wissen über die Reproduzierbarkeit erheblich erweitern, Instrumente schaffen, Gemeinschaften einbinden, Maßnahmen und Strategien in verschiedenen Kontexten umsetzen, um die Wiederverwendung und die Gesamtqualität von Forschungsergebnissen im Europäischen Forschungsraum und darüber hinaus zu verbessern und folglich das Vertrauen, die Integrität und die Effizienz in der Forschung durch Reproduzierbarkeitsinstrumente, -praktiken und -strategien auf der nächsten Ebene in verschiedenen epistemischen Kontexten zu erhöhen.

Alexandra Bannach-Brown, PhD

Postdoc - CAMARADES

Kontaktinformationen
Telefon:+49 30 450 543 673
E-Mail:alexandra.bannach-brown@charite.de