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The OPEN Project

Automatisierte Insulinabgabesysteme haben sich als sichere und effektive therapeutische Methode für Menschen mit Diabetes mellitus verschiedener Altersgruppen erwiesen. Jedoch sind diese Systeme nicht universell für alle Patient*innen verfügbar und zugänglich. Daher sind Open-Source-Initiativen von Menschen mit Diabetes, die ihre eigenen „Open-Source“ - oder „Do-it-Yourself-künstlichen Pankreas-Systeme“ (DIYAPS) entstanden und entwickeln sich seither stetig weiter. Im OPEN Projekt hat sich die Charité – Universitätsmedizin Berlin mit weiteren akademischen und nicht-akademischen internationalen Partnern aus unterschiedlichen Bereichen (Gesundheitswesen, Technologie, Soziologie, Verhaltensforschung, Data Science, Advocacy, Diabetes Online Community) in einem interdisziplinären Konsortium zusammengeschlossen, um diverse Aspekte bei der Nutzung von Open-Source Artificial Pancreas-Systemen in Hinblick auf klinische Outcomes und Lebensqualität zu untersuchen, sowie Challenges und Lösungsansätze zur weiteren Verbreitung automatisierter Insulinabgabesysteme zu identifizieren.

Projektwebseite: www.open-diabetes.eu
Twitter: @OPENDiabetesEU (project), @friendocrino (personal)
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Was ist das Hauptziel Ihres Projekts?

Das OPEN Projekt untersucht die Gesundheit, z.B. messbare Werte wie Langzeitblutzuckerwert HbA1c und prozentualer Anteil der Glukosemesswerte im Zielbereich, und das psychische Wohlbefinden von Menschen mit Diabetes, von denen viele ein DIYAPS (Do-it-Yourself Artificial Pancreas System) nutzen. Außerdem soll untersucht werden, welche individuellen Hindernisse der Nutzung eines solchen Systems entgegenstehen könnten.

Worauf sind Sie bisher am stolzesten?

Obwohl auch wir seit Beginn der Corona Pandemie unsere direkten Kontakte untereinander einschränken mussten, ist es uns dennoch gelungen, als Team noch enger zusammenzuwachsen. Außerdem hatten im September mit unserer zentralen Forschungsarbeit, der OPEN Befragung, begonnen. Im Laufe der letzten 2,5 Monate haben etwa 900 Personen die Fragebögen ausgefüllt, etwa 110 Teilnehmer haben zudem ihre Daten aus ihren Mess- und/oder Loopsystemen gespendet.

Was waren bisher Ihre größten Herausforderungen?

Unsere bisher größte Herausforderung war die Covid-19-Pandemie: Das OPEN-Projekt wird von, für und mit Menschen mit Diabetes (MmD) durchgeführt, die zu mindestens einer der Risikogruppen gehören, und wir haben bei Freunden aus der Diabetes Community und auch innerhalb des Teams eine größere psychische Belastung beobachtet. Da wir unsere Befragung mitten in der Pandemie gestartet haben, sind wir daran interessiert zu sehen, inwiefern Corona die Beantwortung der Fragen zur Lebensqualität beeinflusst hat. Dies war bei der Planung unseres Forschungsvorhabens natürlich nicht abzusehen.

Was sind Ihre Pläne für die kommenden Monate?

Unsere Umfrage, bei der wir auch Diabetes-Daten von Menschen sammeln, endete am 30. November. Nun können wir mit der Analyse der Daten innerhalb der verschiedenen Arbeitsgruppen beginnen, und wir bereiten bereits eine erste Folgestudie vor, an der auch medizinisches Fachpersonal (Health Care Professionals, HCPs) teilnehmen werden.