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Clinician Scientists erhalten Förderung der Brigitte und Dr. Konstanze Wegener-Stiftung

Dr. med. Livius Penter, Internist, und Dr. med. Jana Ihlow, Pathologin, erforschen als Fellows im Clinician Scientist Programm, wie allogene Stammzelltransplantationen und immunotherapeutische Strategien genutzt werden können, um die akute myeloische Leukämie (AML) zu behandeln. Nun fördert die Brigitte und Dr. Konstanze Wegener-Stiftung ab Juli 2025 ihr gemeinsames Projekt mit 175.000 Euro, mit dem sie die Immunzell-Landschaft in der extramedullären AML aufklären wollen.
Bei der extramedullären AML (eAML) wachsen Leukämiezellen außerhalb des Knochenmarks. Weil diese Erkrankung selten ist, gibt es bisher keine etablierte Therapie. Die Folge: Betroffene leiden regelmäßig unter einem Rückfall der Erkrankung, selbst nach einer intensiven Behandlung. Dr. Penter und Dr. Ilhow vermuten, dass dabei Immunmechanismen eine Rolle spielen könnten, denn eAML tritt nicht nur häufig nach einer allogenen Stammzelltransplantation auf. Es gibt auch Fälle, bei denen die Erkrankung nach einer Behandlung mit dem Immuncheckpoint-Inhibitor Ipilimumab zurückging.
Mit der Förderung wollen die Clinician Scientists technische Innovationen ausnutzen, wie z.B. spatial transcriptomics, eine Methode, bei welcher die Genexpression innerhalb eines Gewebes räumlich analysiert werden kann, und Multiplex-Immunofluoreszenz, durch die Forschende zur selben Zeit mehrere Biomarker in einer Probe farblich erkennbar machen können. Auf diese Weise möchten sie besser verstehen, welche Faktoren dazu führen, dass Leukämiezellen außerhalb des Knochenmarks wachsen können, und welche immune escape Mechanismen dabei eine Rolle spielen, d.h. welche Wege Tumorzellen finden, sich der Entdeckung durch das Immunsystem zu entziehen.

Statements der Clinician Scientists
Dr. Livius Penter: „Während meiner Postdoc-Zeit bei Cathy Wu am Dana-Farber Cancer Institute habe ich mich bereits intensiv mit der eAML beschäftigt und herausgefunden, dass sich T-Zellen im Knochenmark und extramedullären Leukämiemanifestationen grundsätzlich unterscheiden. Zusammen mit Jana und meinem Postdoc Mischa Selig wollen wir diese Unterschiede jetzt noch genauer verstehen und auch aufklären, in welchem räumlichen Bezug Immun- und Leukämiezellen zueinanderstehen. Langfristig erhoffe ich mir davon Ansätze ableiten zu können, aus denen wir neue Immuntherapien für die eAML entwickeln können.“

Dr. Jana Ihlow: „Die Zusammenarbeit mit Livius‘ Gruppe bringt unsere komplementären Expertisen zusammen, wovon wir beide intensiv profitieren. Die extramedulläre AML ist nicht nur für Kliniker eine große Herausforderung. Durch ihre vielfältigen Manifestationen bereitet sie auch regelmäßig bei der histopathologischen Diagnostik Schwierigkeiten. Ich freue mich, dass wir unser umfangreiches Probenarchiv jetzt nutzen können, um diese Erkrankung systematisch erforschen zu können.“