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“Erleben. Verstehen. Wissen” - Die Lange Nacht der Wissenschaften 2025

“Man sieht auch, dass die Menschen das hier wirklich super spannend finden. Es gibt welche, die kommen her, um sich über das Medizinstudium zu informieren, aber viele, die wollen wirklich verstehen, was die Charité macht oder was in der Medizin so los ist”, so Prof. Dr. Christopher Baum, Vorsitzender des BIH Direktoriums und Vorstand des Translationsforschungsbereiches der Charité –Universitätsmedizin Berlin, im Interview mit radioeins. Auf dem Gelände der Charité in Mitte bekamen Besucher*innen zum 25. Jubiläum der Langen Nacht der Wissenschaften wieder spannende Einblicke in die medizinische Forschung.

Führung: Auf den Spuren unserer Bewegung – Entdeckungsreise mit den Füßen!
Wie weit verschiedene Tierarten springen können, lernten Groß und Klein bei der Führung im BeMoveD-Ganglabor. Auf Balance-Boards machten die Teilnehmenden Übungen zum Aufwärmen, bevor es zum Highlight der Führung ging: das hochmoderne Laufband. Auf diesem liefen die Freiwilligen durch eine digitale Berglandschaft und weichten Vögeln aus. “Wir können die individuellen Gang- und Laufgewohnheiten analysieren, um mögliche Gründe für Beschwerden und Schmerzen der Muskeln und Gelenke zu identifizieren”, sagte Lorenz Schmidt-Bleek, Techniker des Ganglabors. “Durch ein personalisiertes Training helfen wir den Patient*innen.”

Workshop: Biobanking hautnah – Forschung für die Gesundheit von morgen
Blut, Gewebe, DNA – Biobanken sammeln und lagern Körpermaterialien für die Analyse in der Forschung. Für den medizinischen Fortschritt sind Biobanken deshalb von unschätzbarem Wert. Im Workshop „Biobanking hautnah – Forschung für die Gesundheit von morgen“ konnten Interessierte selbst in die Rolle von Biobanker*innen schlüpfen und erleben, wie Bioproben erfasst, verarbeitet und eingelagert werden. Das Team der Zentralen Biobank Charité (ZeBanC) unter der vorläufigen operativen Leitung von Dr. Alexandra Stege betreute mit viel Engagement die interessierten Gäste. Gemeinsam erklärten sie die einzelnen Arbeitsschritte und zeigten Beispiele aus der Biobankenpraxis. „Junge und ältere Teilnehmende können hier einen Einblick in unsere Arbeit bekommen, selbst pipettieren und eine Menge zum weiteren Prozess erfahren. Es macht Spaß in Kontakt zu kommen, auch mit Kolleg*innen aus anderen Fachbereichen“, so Dr. Alexandra Stege.

Workshop: Anonymisierungsprogramme im Test
Mit einer Psychotherapeutin sprechen, ohne sich selbst preiszugeben? Wie das gehen kann, zeigten die Kollegen und Kolleginnen des Gesundheitsdatenschutzes. An ihrem Stand stellten Sie Programme vor, mit denen Stimmaufnahmen und sogar Videotelefonie völlig anonymisiert werden können. Besucher*innen probierten hierzu einen Video-Call aus, bei dem sie als virtueller Avatar zu sehen waren. Ihr Stimme ersetzte das Programm durch eine völlig andere, während sie in ein Headset sprachen. “Viele Menschen erhalten aus Gründen, die außerhalb ihrer Kontrolle liegen, nur schlecht Zugang zu einer guten Gesundheitsversorgung, z.B. wegen gesellschaftlich tabuisierten Lebensumständen oder durch psychische Probleme”, sagte Luke Flanagan, Research Fellow in der AG Gesundheitsdatenschutz. "Wenn wir eine größere Privatsphäre und Anonymität gewährleisten, können wir diese Kluft überbrücken und Vertrauen stärken.”

Workshop: Wie Daten heilen helfen
Forschung in den Bereichen Data Science und KI fördert den medizinischen Fortschritt. Im Workshop “Wie Daten heilen helfen” konnten die Teilnehmenden erfahren, wie das Medizinische Datenintegrationszentrum (MeDIC) dabei den Schutz und die Qualität der Daten sichert. “Wir erleben hier ein wirklich großes Interesse, viele Fragen und gute Gespräche. Es ist toll, so in den Austausch zu kommen”, sagte Prof. Dr. Fabian Prasser, Leiter der AG Medizininformatik. Wissenschaftler*innen unserer Forschungsgruppen rund um Daten und IT stellten Datenplattformen wie die Health Data Plattform vor, die eine sichere Datenverarbeitung gewährleisten, ohne auf Transparenz und Nachvollziehbarkeit zu verzichten. “Es ist erstaunlich, was teilweise für ein Hintergrundwissen vorhanden ist, etwa zur Cloudnutzung an deutschen Kliniken”, freute sich Dr. Peter Brunecker, Leiter der BIH Core Unit Research IT.

Science Slam: Wissenschaft auf den Punkt gebracht
10 Minuten Wissenschaft - Beim Science Slam gaben Forschende der Charité und des BIH richtig Gas, um ihr Forschungsthema anschaulich und unterhaltsam vorzustellen. Auch Leonie Klapproth und Amelie Koch aus dem Kübler-Lab hielten das Publikum mit dem Slam “Oh, oh, Ovarien!” auf Trab. Die beiden Forscherinnen erzählten, wie Eierstockkrebs entsteht und wie wir ihm zuvorkommen. Der Slam ist Teil der Kampagne “Talk about the Ovaries!”. Mit ihr möchten die beiden Wissenschaftlerinnen zeigen wie vielfältig die Organe des weiblichen Genitaltrakts sind und dem Eierstockkrebs und dessen Prävention mehr Sichtbarkeit geben.

Mitmachangebot: Eine Reise in die Welt der Stammzellen
War es nun das Quiz, das Organspiel oder doch das BIH-Zahlenspiel und der Stempel zum Forscherdiplom als Belohnung? Am Campus Berlin Buch begeisterten sich Besucher*innen jeden Alters für den interaktiv gestalteten Stand vom German Stem Cell Network/ BIH Dialogplattform Stammzellforschung. Mit viel Elan und Engagement standen Daniel Besser, Stefanie Mahler und Iana Lukianova Rede und Antwort auf die weitreichenden Fragen zur Stammzellforschung und freuten sich über den interessierten Austausch.

Prof. Christopher Baum im Interview
Zwischen 19 und 21 Uhr begleitete Stephan Karkowsky von radioeins vom Rundfunk Berlin-Brandenburg die Lange Nacht der Wissenschaften live vom Medizinhistorischen Museum aus. In der Sendung sprach Prof. Dr. Christopher Baum im Interview über die Charité, das BIH, die Translationsforschung sowie das große Interesse der Besucher*innen.
Es war ein gelungenes Jubiläum und wie immer ein Fest der Wissenschaft, der Neugierde und des Dialogs mit vielen wissbegierigen Gästen und großartigem Einsatz der Mitarbeitenden. Danke an alle Teams und Organisator*innen - wir freuen uns auf das nächste Jahr!