Das Projekt PETRA baut auf fundierten Erkenntnissen des Projekts GenDiMed (Geschlechtersensible Digitalmedizin) auf, das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert wird. GenDiMed entwickelt digitale Gesundheitsanwendungen, die geschlechtsspezifische Unterschiede systematisch erfassen und in Diagnostik sowie Therapie berücksichtigen. Diese evidenzbasierten Erkenntnisse fließen direkt in die Entwicklung der PETRA-App ein, um eine individuellere und wirksamere Therapiebegleitung für Frauen in den Wechseljahren zu gewährleisten. Das BIH ist hierbei wesentlich über Prof. Dr. Sylvia Thun, Direktorin der Core Unit eHealth & Interoperabilität am BIH, involviert: „Frauen in den Wechseljahren erhalten medizinisch fundierte, datenbasierte Informationen. Mit PETRA entwickeln wir eine KI, die nicht ersetzt, sondern ergänzt und Frauen eine individualisierte sowie sichere Begleitung bietet.” Sie ergänzt: „Damit KI im Gesundheitswesen verlässlich funktioniert, braucht sie qualitativ hochwertige, biasfreie und vertrauenswürdige Daten. Genau hier bringen wir unsere BIH-Expertise ein: medizinische Standards, sichere Datenräume und digital nutzbare Evidenz.”

Innovative Zusammenarbeit für eine bessere Therapiebegleitung

Die Partner des Projekts verbinden ein breites Erfahrungsspektrum: Das Fraunhofer IESE verantwortet die technische Entwicklung und das Design der KI-Modelle. Das Digital Health Startup FEMNA steuert seine Expertise aus der frauengesundheitlichen Versorgung und Anwendersicht bei. Die Juniorprofessur für Gesundheit und E-Health an der Ruhr-Universität Bochum begleitet das Projekt sozialwissenschaftlich und fokussiert dabei insbesondere Co-Creation-Prozesse mit Nutzerinnen. Die Sozialforschungsstelle der Fakultät Sozialwissenschaften an der Technischen Universität Dortmund ergänzt das Team durch sozialwissenschaftliche Methoden und Analysen. Das BIH sorgt für die sichere Integration medizinischer Daten gemäß höchsten interoperablen Standards.

Prof. Sylvia Thun betont: „Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist unsere Stärke: Forschung, Technik, Versorgung und Nutzerinnenperspektive greifen ineinander. Nur so entstehen digitale Lösungen, die wirklich im Alltag der Frauen ankommen. Mit PETRA setzen wir einen neuen Maßstab in der personalisierten Frauenmedizin. KI und evidenzbasierte Digitalmedizin ermöglichen erstmals eine Therapiebegleitung, die Frauen durch die Menopause begleitet, individuell, wirksam und wissenschaftlich fundiert.”

Das BMFTR fördert PETRA mit rund zwei Millionen Euro über eine Laufzeit von drei Jahren. Das Projekt zeigt, wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und interdisziplinäre Zusammenarbeit konkrete Fortschritte in der medizinischen Versorgung von Frauen ermöglichen können und damit neue Maßstäbe für die personalisierte Frauenmedizin setzen.