Das Teilen von Open Data wird zunehmend von Geldgebenden und Zeitschriften gefordert, und die Charité hat die Berliner Erklärung sowie - über die EUHA - die Sorbonne Declaration on Research Data Rights unterzeichnet, die den offenen Austausch von Forschungsdaten unterstützen.

An der Charité nimmt der Anteil von Publikationen, zu denen Forschungsdaten über Repositorien geteilt wurden, zwar stetig zu, liegt aber bei Artikeln aus dem Jahr 2023 dennoch bei nur 10%. Eine wichtige Motivation für das Teilen von Daten ist Transparenz und Zugänglichkeit als Teil Guter Wissenschaftlicher Praxis. Noch wichtiger aber ist das Potenzial, dass Forschungsdaten für die Nachnutzung durch andere haben.

Die Pandemie hat den Wert geteilter Daten für die biomedizinische Forschung so deutlich gezeigt wie wohl kein Ereignis zuvor. Dieses Potenzial wurde auch politisch von EU und Bundesregierung erkannt und hat bereits vor dem Pandemie zu Großprojekten wie EOSC und NFDI geführt. Dennoch fehlt es noch an öffentlich sichtbaren Beispielen dafür, wo und wie konkret geteilte Daten von Forscher:innen der Charité durch andere nachgenutzt wurden und so zu neuem wissenschaftlichem Wissen führten.

Der QUEST Open Data Contributor Award möchte Forscher:innen dafür auszeichnen, dass sie wertvolle, durch andere nachgenutzte Datensätze geteilt haben, und so auch dieser Praxis mehr Sichtbarkeit verleihen.

Voraussetzungen...

  • ...für den nachgenutzten Datensatz

    Der Datensatz wurde in Übereinstimmung mit den Kriterien der OD-LOM für open data geteilt, d.h.:

    • die Daten wurden von dem/der Antragsstellenden oder Mitarbeitenden generiert
    • es handelt sich um maschinenlesbare Rohdaten
    • die Daten wurden entweder offen oder - bei personenbezogenen Daten - zugangsbeschränkt mit einem definierten Zugangsweg über ein Repositorium geteilt
    • dabei wurde vom Repositorium für den Datensatz entweder ein persistenter Identifikator oder ein accession code zugewiesen
    • wenn das Repositorium die Möglichkeit vorsieht, Autor:innen des Datensatzes anzugeben, muss der/die Antragsstellende genannt worden sein
  • ...für die Nachnutzung
    • der nachgenutzte Datensatz stellt eine substanzielle Grundlage für die Veröffentlichung dar (z.B. würde eine Meta-Analyse mit >50 nachgenutzten Datensätzen nicht darunter fallen)
    • der nachgenutzte Datensatz wird im Artikel als Quelle genannt; alternativ reicht ein Bezug zu einem Artikel der Antragsstellenden statt zum Datensatz selbst aus, sofern explizit gesagt wird, dass Daten nachgenutzt wurden, und im referenzierten Artikel wiederum eindeutig auf den Datensatz hingewiesen wurde
    • der nachgenutzte Datensatz wird als solcher genutzt, und nicht für die Beantwortung einer Meta-Research-Frage (z.B. ob verfügbare Datensätze aus einer bestimmten Disziplin gut strukturiert sind)
    • die Forschenden der Charité, die die Daten geteilt haben, sind keine Co-Autor:innen der Studie
    • sofern der Artikel, in dem die Daten nachgenutzt werden, nicht Open Access ist, muss der Artikel mitgeschickt werden, um die Einreichung bewerten zu können
  • ...für die Förderung

    Nicht gefördert werden können: 

    • Softwarepakete
    • Daten, die in Github oder auf anderen Plattformen nicht persistent abgelegt worden sind (d.h. die Datenteilenden könnten sie jederzeit wieder löschen)
    • Datenbanken mit Datensätzen, die durch die Antragsstellenden nicht selbst generiert wurden, oder mit reinen Metadaten
    • Statistische Werte, die in Meta-Analysen verwendet wurden

Informationen zur Bewerbung

  • Das QUEST Center verleiht diesen Preis im Wert von je 1.000 € an Erst-/Letzt-/Korrespondenzautor:innen mit BIH- oder Charité-Affiliation (und -Anstellung) wenn deren Daten nach den o.g. Voraussetzungen nachgenutzt wurden.
  • Angenommen werden Beiträge, die in den letzten zwei Jahren veröffentlicht wurden (dies schließt das gesamte Jahr ein - z. B. sind bei einer Einreichung im März 2025 alle Artikel, die 2023, 2024 oder 2025 veröffentlicht wurden, zugelassen).
  • Die Preismittel können bis Ende 2027 ausgegeben werden. Die Preise werden fortlaufend vergeben.
  • Pro Publikation kann jeweils nur ein QUEST Preis vergeben werden.
  • Autor:innen können sich (mit versch. Publikationen) jeweils nur einmal pro Jahr pro Preis (d.h. maximal 5 Preise pro Jahr je Autor:in) bewerben.
  • Publikationen mit Autor:innen (unabhängig von der Autor:innenposition), die auch Mitarbeiter:innen des QUEST Centers sind, können nicht berücksichtigt werden.
  • Die Preisträger:innen werden auf den QUEST-Internetseiten veröffentlicht.

Für eine Bewerbung füllen Sie bitte das Registrierungsformular aus. 

Geförderte Publikationen

  • Geförderte Publikationen
    1. The publication Robust methylation-based classification of brain tumours using nanopore sequencing receives a QUEST Open Data Contributor Award. The authors had shared an eponymous dataset in the Gene Expression Omnibus repository alongside the article publication. This dataset of nanopore-sequenced human brain tumor samples was then used in a study by Vermeulen et al., published in Nature in 2023, to validate a newly developed ultra-fast tool, which allows tumor classification during surgery. In addition, the authors had shared further datasets in the European Genome-Phenome Archive (e.g. EGAS00001006540) and had themselves built on publicly available data (PRJEB23027, ERR194147)." The article was published in the journal Neuropathology and Applied Neurobiology (DOI: 10.1111/nan.12856). Applicant: Philipp Euskirchen, Department of Neuropathology, Charité - Universitätsmedizin Berlin

Kontakt

QUEST Center

E-Mail:
quest[at]bih-charite.de