Prof. Christopher Baum
Vorsitzender des BIH-Direktoriums und Vorstand des Translationsforschungsbereichs der Charité – Universitätsmedizin Berlin
Prof. Dr. med. Christopher Baum verfügt über langjährige Erfahrung als translationaler Wissenschaftler, Wissenschaftsmanager und Innovator. Er studierte Medizin in Essen, Freiburg und Hamburg; es folgten Promotion und 1999 Habilitation an der Universität Hamburg. Im Folgejahr wurde er an die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) berufen; parallel war er ab 2002 assoziierter Professor für Pädiatrie am Cincinnati Children‘s Hospital in den USA. Ab 2006 leitete Baum das Institut für Experimentelle Hämatologie an der MHH. Von 2013 bis 2018 wirkte er dort als Hochschulpräsident, anschließend bis September 2020 im Präsidium der Universität Lübeck und als Vorstandsmitglied des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. Zum 1. Oktober 2020 wurde er zum Direktoriumsvorsitzenden des Berlin Institute of Health (BIH) bestellt, seit 1.1.2021 als Leiter des Translationsforschungsbereichs zum Vorstandsmitglied der Charité. Seit 2024 ist Baum zudem Sprecher der Nationalen Strategie für gen- und zellbasierte Therapien, deren Gestaltung und Umsetzung das BIH im Auftrag des BMFTR koordiniert.
Wissenschaftlich beschäftigte sich Christopher Baum schon früh mit der Gentherapie. Er entwickelte Genvektoren zum Einschleusen von Genen in Blutstammzellen und deckte die Grundlagen der so genannten Insertionsmutagenese in der Gentherapie auf, die bei gentherapeutisch behandelten Patient*innen zu Blutkrebs führen kann. Darauf aufbauend entwickelte er Testverfahren, mit denen sich diese gefährliche Nebenwirkung vor der Übertragung der genetisch modifizierten Blutstammzellen ausschließen lässt. Im Wissenschaftsmanagement gestaltete er nationale und internationale Netzwerke zur translationalen Forschung in der Stammzell‐ und Gentherapie. In Hannover führte er das Freiwillige Wissenschaftliche Jahr als neue Form des Freiwilligen Sozialen Jahrs, das PhD-Programm „Regenerative Sciences“ des Exzellenzclusters REBIRTH (From regenerative biology to reconstructive therapy), das Clinician‐Scientist‐Programm „Junge Akademie der MHH“ und das Weiterbildungsprogramm „TRAIN Academy“ für translationale Wissenschaften ein. Bei ihm lag die Gesamtkoordination der Exzellenzkonzepte der MHH. An der Universität zu Lübeck, einem Zentrum der Künstlichen Intelligenz, und am UKSH widmete er sich vorrangig der Verknüpfung von Informatik und Medizin, der Kooperation der Standorte in Lübeck und Kiel und dem Ausbau der interprofessionellen Lehre. Zudem führte er ein Medizininformatik-Promotionsprogramm mit dualer Betreuung seitens Informatik und Medizin ein.
Für seine wissenschaftlichen Arbeiten erhielt Baum zahlreiche Preise, darunter den Ursula M. Händel-Tierschutzpreis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie den Luise & Horst Köhler Preis für Forschung zu Seltenen Erkrankungen. Er ist Präsidiumsmitglied des Medizinischen Fakultätentages (MFT) und hat dort den Vorsitz der AG Wissenschaft inne. Christopher Baum ist beteiligt als Erfinder von Patenten zu viralen Gentransfervektoren und zur Bestimmung toxischer Nebenwirkungen des Gentransfers sowie bei der Vermarktung eines antiinfektiven Wirkstoffs.
