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Advanced Clinician Scientist Programm erhält Förderung

Damit Menschen nicht nur behandelt werden, wenn sie erkrankt sind, sondern Krankheiten gar nicht erst entstehen, muss die Medizin Maßnahmen der Prävention systematisch miteinbeziehen. Die BIH Biomedical Innovation Academy (BIA) und die Charité – Universitätsmedizin Berlin starten ihr Advanced Clinician Scientist Programm (ACSP) proHealth und unterstützen damit Ärzt*innen, die wissenschaftlich in der Prävention besonders engagiert sind. Das Programm wird zunächst mit 1,4 Millionen Euro bis 2028 und insgesamt mit knapp 8 Millionen Euro (vorbehaltlich einer Zwischenevaluation) bis 2036 vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. Forschende Ärzt*innen (Clinician Scientists) können sich voraussichtlich schon Mitte Februar auf die erste Runde des Karriereförderprogramms bewerben.

Prävention ist besser als Intervention: Mit ihrem “Rethinking Health”-Ansatz verfolgt die Charité gemeinsam mit dem BIH in ihrer Unternehmensstrategie 2030 das Ziel, durch Krankheitsprävention möglichst vielen Menschen mehr gesunde Lebensjahre zu ermöglichen. Ein besonderer Fokus liegt nicht nur darauf, den Beginn einer Erkrankung zu verhindern, sondern auch den Verlauf einer bestehenden Krankheit positiv zu beeinflussen, zusätzliche Komplikationen zu verhindern und die Lebensqualität von Menschen mit chronischen Erkrankungen zu verbessern.
Hier setzt das Advanced Clinician Scientist Programm proHealth an, das Prof. Dr. Il-Kang Na, Prof. Dr. Igor Sauer und Dr. Prof. Britta Siegmund in Zusammenarbeit mit der BIA unter Leitung von Dr. Nathalie Huber und Dr. Iwan Meij erfolgreich für die kommenden 10 Jahre beim BMFTR eingeworben haben. Forschende Ärzt*innen nehmen dabei eine Schlüsselrolle in der Krankheitsprävention ein: Sie kennen die Bedürfnisse der Bevölkerung und können ihre Forschungsergebnisse in ihre Versorgung übertragen. Das ACSP proHealth erlaubt es diesen Ärzt*innen sich in der fortgeschrittenen Phase ihrer Karriere, neben ihrer klinischen Tätigkeit auch weiterhin ihren Forschungstätigkeiten zu widmen.
Als Karriereförderprogramm unterstützt das ACSP proHealth Clinician Scientists nicht nur in ihrer Forschung; es bietet ihnen auch hochwertiges Mentoring, Coaching und Führungskräftetraining an. Ziel ist es, sie auf Leitungspositionen vorzubereiten und die Fellows, z.B. für eine Professur, berufsfähig zu machen.
Das ACSP proHealth ist ein weiterer Meilenstein im Rahmen des etablierten BIH Charité Clinician Scientist Programms, zu dem auch das Clinician Scientist Programm, das Junior Clinician Scientist Programm und das Digital Clinician Scientist Programm gehören.
Über das BIH Charité Clinician Scientist Programm (CSP)
Das 2011 begründete BIH Charité Clinician Scientist Programm ist eine Karriereförderung, die es forschungsstarken Ärzt*innen in der Weiterbildung erlaubt, einen vertraglich regulierten Anteil ihrer Zeit der Forschung zu widmen. Als größtes Clinician Scientist Programm Deutschlands mit derzeit rund150 Fellows und knapp 400 Alumni nimmt es eine Vorreiterrolle ein und wurde 2015 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als „best practice-Modell“ ausgewiesen. Das CSP ist eine gemeinsame Initiative des BIH, der Charité, der Stiftung Charité, der privaten Exzellenzinitiative Johanna Quandt, der Berlin-Brandenburg Schule für Regenerative Therapien (BSRT), Berlin School of Integrative Oncology (BSIO) und des Excellenzcluster NeuroCure. Weitere aktuelle Förderer sind die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Volkswagenstiftung, die Berliner Sparkassenstiftung Medizin und die Harnisch Stiftung.