Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen

Künstliche Intelligenz – KI - gilt im Gesundheitssektor als Wegbereiterin: Es bestehen große Hoffnungen auf neue, wegweisende Fortschritte für Therapie und Diagnostik, aber es gibt auch Bedenken hinsichtlich Risiken und Nebenwirkungen.

 Männliche Algorithmen?

Datensätze, Modelle und Algorithmen sind oft voreingenommen und berücksichtigen beispielsweise Frauen nicht ausreichend. Das verstärkt bestehende Ungleichheiten, projiziert vergangene und gegenwärtige Vorurteile in die Zukunft und hat fatale Folgen für Gesundheit und Wohlbefinden von Frauen. Auch in KI-Netzwerken sind Frauen massiv unterrepräsentiert, Entwickler, Ingenieure und Programmierer sind meistens männlich, es fehlt an vielfältigen Perspektiven im Bereich der Künstlichen Intelligenz. 

Zeit zu handeln

Wir wollen diese Herausforderung angehen und Sie einladen, mit uns zu denken, zu diskutieren und zu handeln. Auf der Tagung wollen wir die aktuellen Schwächen von KI-Systemen im Gesundheitswesen kritisch beleuchten. Vor allem aber wollen wir weiterdenken: Wie können wir KI als Chance für ein gerechteres und transparenteres Gesundheitssystem nutzen, das allen Menschen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft etc. nützt? Welche konkreten Schritte sind denkbar, machbar - visionär?

Nach kurzen Impulsvorträgen von Expertinnen möchten wir gemeinsam mit Ihnen Empfehlungen erarbeiten, wie es gelingen kann, KI geschlechtergerecht im Gesundheitswesen einzusetzen und zu nutzen. 

 #SheHealth

Event Info

  • Programm

    15:30 | Begrüßung

    15:45 | Worum geht es? Eine Einführung

    16:00 | Frauen und KI im Gesundheitswesen – Impulsbeiträge

    • Prof. Sabine Oertelt Prigione (Gendermedicine Unit an der Radboud Universität in Nijmegen, Niederlande)
    • Veronika Thiel (Beraterin, Algorithmwatch)
    • Maria Klein-Schmeink (MdB Bündnis 90/Die Grünen, Gesundheitspolitische Sprecherin)

    17:00 | KI im Gesundheitswesen – Chancen für Frauen nutzen Workshop in ThinkTeams

    18:30 | Pause

    19:00 | Zusammenfassung der Ergebnisse

    19:45 | Get Together

  • Expertinnen

    Organisatorinnen:

    Brigitte Strahwald
    LMU | cognomedic

    Karin Höhne
    Berlin Institute of Health

    Christina Rode-Schubert 
    ORANGE itb GmbH trend2ability 

    Prof. Dr. Sylvia Thun
    Berlin Institute of Health

    Referentinnen

    Maria Klein-Schmeink
    MdB Bündnis 90/Die Grünen

    Maria Klein-Schmeink MdB (Jg. 1958), seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages (Bündnis 90/Die Grünen). Mitglied des Bundestagsausschusses für Gesundheit, seit der 18. Legislaturperiode Gesundheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Studium Soziologie, Politikwissenschaften und Päda- gogik (Mag. Soziologin), langjährige leitende Tätigkeit in der Erwachsenenbildung, dann wissenschaftliche Referentin in der Grünen Landtagsfraktion in NRW. Drei Ratsperioden im Stadtrat von Münster.

    Prof. Dr. Sabine Oertelt-Prigione
    Radboud Universiteit

    Prof. Dr. Sabine Oertelt-Prigione untersucht hier die folgenden 3 Themen:
    a) Netzwerkbildung und Wissenschaftskommunikation in der Gendermedizin, b) Entwicklung von innovativen Methoden für die gendermedizinische Forschung und Implementierung und c) Erarbeitung und Implementiereung von Präventionsmaßnahmen sexueller Belästigung und Genderdiskriminierung am Arbeitsplatz.
    Sie ist Mitglied zahlreicher internationaler Gremien und berät Forschungsförderer, Fachgesellschaften und wissenschaftliche Zeitschriften. Weiterhin arbeitet Sie pro-bono als Coach für junge Wissenschaftlerinnen und berät Start-Ups in ihrer Frühphase für ASTIA.org, Rockstart und W Lounge. (LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/sabine-oertelt-prigione-541952112/, Twitter: @smoertelt)

    Brigitte Strahwald
    LMU | cognomedic

    Brigitte Strahwald ist Ärztin und Epidemiologin. Sie ist an der LMU München und im eigenen Unternehmen tätig, ihr Schwerpunkt ist der Bereich Digital Health. Als Epidemiologin interessiert sie sich vor allem für Fragen rund um Gesundheitsdaten: wie müssen Daten richtig erhoben werden, wie können sie ausgewertet werden, wie können Verzerrungen (Bias) vermieden werden – und wie werden Daten letzlich zu Informationen, die bei Gesundheitsentscheidungen helfen. Sie ist Sprecherin der AG Wissenschaftskommunikation und vormalige Leiterin des Fachbereichs Epidemiologie der Dt. Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS).

    Veronika Thiel
    Beraterin Algorithmwatch

    Veronika Thiel ist Beraterin bei der NGO Algorithmwatch. Sie hat 15 Jahre Erfahrung im Bereich der sozialwissenschaftlichen und gesundheitspolitischen Forschung und beschäftigt sich momentan mit dem Einsatz von Algorithmen und der Auswirkung auf gesellschaftliche Teilhabe. Dabei legt sie besonderen Augenmerk auf die Qualität der wissenschaftlichen Erkenntnisse, die Algorithmen zu Grunde liegen: denn wenn diese umstritten oder gar unbewiesen sind, können Algorithmen auch wenig bzw. nichts sinnvolles berechnen. Gleichzeitig sieht sie große Potentiale von Algorithmen in der Medizin um existierende Verzerrungen gerade in Bezug auf Geschlecht auszugleichen - wenn die Voraussetzungen stimmen.

Wann & wo

Wann

Tagung am 16.12.2019

15:30 – 20:00 Uhr

Wo

Hörsaalruine der Charité Berlin, Virchowweg 16, 10117 Berlin

Termin speichern