Warum ist es weiterhin notwendig, mehr Frauen in Führungspositionen im Gesundheitswesen zu bringen?

Frauen sind in vielen Gesundheitsberufen die Mehrheit, in entscheidenden Führungs- und Entscheidungsgremien jedoch weiterhin unterrepräsentiert. Dadurch fehlen wichtige Perspektiven bei der Festlegung von Forschungsfragen, Versorgungsstrukturen und Digitalisierungsstrategien. Mehr Frauen in Führung erhöhen die Vielfalt der Erfahrungen und Prioritäten. Entscheidend ist nicht, dass jede Frau automatisch geschlechtersensibel entscheidet, sondern dass Führung die Vielfalt der Bevölkerung und der Beschäftigten besser widerspiegelt. 

Was bedeutet eine geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung konkret für Patient*innen?

Geschlechtergerechte Versorgung bedeutet, dass Symptome, Diagnostik, Therapie, Arzneimitteldosierung und Prävention an wissenschaftlich belegten Unterschieden ausgerichtet werden. Dafür müssen relevante Daten standardisiert erhoben und ausgewertet werden. Patient*innen profitieren von früheren und präziseren Diagnosen, passenderen Behandlungen und weniger vermeidbaren Nebenwirkungen. Geschlechtersensible Medizin ist daher kein Zusatzangebot, sondern ein Qualitätsmerkmal sicherer Versorgung.

Warum fordert der Runde Tisch eine verbindliche Quote für Führungspositionen?

Freiwillige Selbstverpflichtungen haben die bestehenden Strukturen bislang nicht ausreichend verändert. Eine verbindliche Quote schafft messbare Ziele, erhöht Transparenz und beschleunigt den notwendigen Wandel. Sie ist kein Selbstzweck, sondern ein strukturelles Instrument, um einseitige Auswahlmechanismen aufzubrechen. Ziel sind vielfältigere Führungsteams, bessere Entscheidungen und eine Organisationskultur, in der qualifizierte Frauen die gleichen Chancen auf Verantwortung und Gestaltung erhalten.