Stoffwechselstudie sieht Zusammenhang von Asthmaspray und unterdrückter Nebennierenfunktion

Sprays mit kortikalen Steroiden (ICS) helfen vielen Patient*innen bei Asthmasymptomen. Gerade wurden die Behandlungsempfehlungen zur Verwendung ICS sogar erweitert. Es bestehen jedoch Bedenken, dass ICS die Produktion des wichtigen metabolischen Steroidhormons Cortisol im Körper verringern können, was zu einer verminderten Ausscheidung einer Vielzahl von anderen Hormonen aus den Nebennieren führen kann. Während die anfänglichen Symptome einer solchen Nebennierensuppression unauffällig sind, kann das weitere Fortschreiten zu Müdigkeit, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Erbrechen und psychiatrischen Symptomen führen. Um den Zusammenhang zwischen ICS und einer Nebennierensuppression besser zu verstehen, führten Forscher*innen um Professorin Claudia Langenberg am Berlin Institute of Health an der Charité (BIH) gemeinsam mit Kolleg*innen vom Brigham and Women's Hospital und der University of Cambridge die bisher größte Metabolomstudie zu Asthma durch. Ihre Ergebnisse haben sie nun in der Zeitschrift Nature Medicine veröffentlicht.
Bei der Analyse von Blutproben von mehr als 14 000 Personen aus vier unabhängigen Studienkohorten identifizierte das Team 17 Steroidhormone, deren Konzentration bei Asthmapatienten vermindert waren. Die Wissenschaftler*innen stellten fest, dass selbst bei Patient*innen, die niedrig dosierte ICS verwendeten, die Einnahme von ICS mit verminderten Cortisolspiegeln verbunden und damit einer Nebennierensuppression verbunden war. Die Forscher*innen fanden auch signifikante Zusammenhänge zwischen den Symptomen der gestörten Funktion der Nebennierenrinde, einschließlich Müdigkeit und Anämie, bei Asthmapatienten, die ICS verwendeten, im Vergleich zu denen, die keine ICS anwendeten. "Der Einsatz von ICS hat dazu beigetragen, die Lebensqualität von Asthmapatient*innen insgesamt zu verbessern. Allerdings deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass auch die Risiken der ICS-Behandlung berücksichtigt werden müssen", sagte die Mitautorin Jessica Lasky-Su, ScD, von der Channing Division of Network Medicine am Brigham Hospital.
"Unsere Arbeit deutet darauf hin, dass einfache Maßnahmen, wie die regelmäßige Überwachung des Cortisolspiegels und die Verschreibung der niedrigsten wirksamen ICS-Dosis, dazu beitragen können, die Nebenwirkungen des ICS-Einsatzes abzuschwächen", sagte Co-Autorin Claudia Langenberg, die sowohl an der Universität Cambridge, UK, als auch am BIH an der Charité tätig ist.
Weitere Informationen in Nature Medicine.