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Hierfür wurden MRT-Untersuchungen des Herzens von annährend 700 Schlaganfallpatient*innen aus fünf internationalen Zentren (Deutschland, Schweiz, USA) ausgewertet, bei denen keine Erkrankung am Herzen bekannt war. Bei gut einem Drittel der Patient*innen fand sich bildgebend am Herzmuskel dennoch eine kardiale Fibrose (Narbe), wobei die Beschaffenheit der Narbe Rückschlüsse auf die mögliche Ursache zulässt (z. B. als Folge einer koronaren Herzkrankheit). In der Auswertung drei Monate nach dem Schlaganfall zeigte sich, dass Patient*innen mit einer solchen zuvor nicht bekannten kardialen Narbe ein annährend doppelt so hohes Risiko aufwiesen, zu diesem Zeitpunkt mit alltagsrelevanten Behinderungen leben zu müssen. Zusätzlich fanden die Forschenden Hinweise, dass es insbesondere Patient*innen, bei denen eine Kombination von Herzmuskelnarben mutmaßlich unterschiedlicher Ursache vorliegt, nach drei Monaten schlechter geht, als Patient*innen, bei denen dies nicht der Fall ist. Außerdem scheinen diese Patient*innen eine höheres Risiko für das Auftreten weiterer schwerwiegender Komplikationen zu tragen. Die Entdeckung solcher unbekannten kardialen Narben könnte helfen, Schlaganfallpatient*innen mit einem erhöhten Risiko für ein schlechtes Outcome und schwerwiegende Komplikationen zu identifizieren, die besonderer diagnostischer und therapeutischer Aufmerksamkeit bedürfen. Die Studie unterstreicht somit die Relevanz von stummen Herzerkrankungen bei Patient*innen mit ischämischem Schlaganfall und die Notwendigkeit, interdisziplinäre neurokardiologische Präventionsmaßnahmen zu ergreifen.