Pionierin der Neurowissenschaft – 13 mal für Nobelpreis nominiert, nie ausgezeichnet
Cécile Vogt *1875–1962

Die Neurowissenschaftlerin Cécile Vogt wurde 1875 in Annecy, Frankreich, geboren. Als eine von wenigen Frauen wurde sie 1893 an der medizinischen Fakultät in Paris zugelassen und promovierte 1900 mit einer Arbeit zur Myelinbildung im Gehirn. 1899 heiratete sie den Neurowissenschaftler Oskar Vogt, mit dem sie 60 Jahre lang in der Hirnforschung arbeitete und wesentliche Grundlagen zum heutigen Verständnis des neuroanatomischen Aufbaus der Großhirnrinde schuf. Da sie erst 1920 ihre ärztliche Approbation in Deutschland erhielt, arbeitete sie ab 1902 unentgeltlich an dem von ihrem Ehemann gegründeten neurobiologischen Labor an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Aus diesem ging das Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung hervor, an dem Cécile ab 1919 Abteilungsleiterin und ihr Ehemann Direktor war.
Repressionen des NS-Regimes zwangen das Ehepaar 1937 Berlin zu verlassen und ihre Arbeit in Neustadt im Schwarzwald fortzuführen. Vogt-Mugnier wurde 13-mal für den Nobelpreis nominiert, erhielt ihn jedoch nie. Die Leistungen ihres Ehemanns wurden in den Vordergrund gestellt, sie erhielt dagegen kaum Anerkennung für ihren herausragenden Beitrag zur Begründung der modernen Hirnforschung. Nach einem außergewöhnlichen Leben zwischen erfolgreicher Arbeit, Politik, Ehe und Familie mit zwei Töchtern verstarb Cécile Vogt 1962 in England.
Namensgeberin für
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