First they said my structure couldn’t exist. Then when it was found in nature they said it couldn’t be synthesized in a laboratory. Then when it was synthesized, they said it wasn’t important anyway.

Dorothy Maud Wrinch

Dorothy Wrinch, ca. 1941 © Image courtesy of the Sophia Smith Collection, Smith College

Die Mathematikerin und Wissenschaftsphilosophin Dorothy Maud Wrinch wurde 1894 in Argentinien geboren und wuchs in England auf. Sie erhielt ein Stipendium für das Girton College der Universität Cambridge, wo sie 1916 ihren Abschluss in Mathematik und Philosophie machte. Sie arbeitete als Assistentin von Bertrand Russell, der großen Einfluss auf sie nahm. 

Neben dem Masterstudium in Mathematik lehrte sie am University College London und promovierte 1922. Im selben Jahr heiratete sie John Nicholson. Sie bekamen eine Tochter, die Ehe zerbrach allerdings 1938. Während ihrer Zeit als Dozentin in Oxford erwarb sie einen weiteren Doktortitel und war damit 1929 die erste Frau, die einen Doctor of Science in Oxford erhielt.

Dorothy Wrinchs „Cyclol“-Modell der Proteinstruktur. Hergestellt und fotografiert im Labor von Niels Bohr, 1938 © Senechal, M. (2020). Against All Odds. Women in the History of Philosophy and Sciences

Ihre Publikationen befassten sich bis 1932 mit Mathematik und Wissenschaftsphilosophie. Danach versuchte sie die Struktur von Proteinen mit Hilfe mathematischer Prinzipien zu entschlüsseln. Sie entwickelte ein Proteinstrukturmodell namens „ Cyclol“, das zwar später weitgehend widerlegt wurde, aber für Teilaspekte der Proteinfaltung durch hydrophobe Effekte immer noch gültig ist. Sie schrieb mehrere Bücher über die Struktur von Proteinen und unter dem Pseudonym Jean Ayling ein Buch über die Problematik, als berufstätige Frau ein Kind großzuziehen. 1939 zog sie in die USA und hatte nach mehreren Gastprofessuren bis zur Pensionierung eine Forschungsstelle am Smith College inne.

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