Legte den Grundstein der Entwicklungsbiologie – blieb aber namenlos
Hilde Mangold *1898–1924

Die Embryologin und Physiologin Hilde Mangold wurde 1898 in Gotha geboren. Während ihres Zoologiestudiums in Frankfurt begeisterte sie die Vorlesung zu experimenteller Embryologie von Hans Spemann so sehr, dass sie an das von ihm geleitete Zoologische Institut in Freiburg wechselte. Nach ihrem Studienabschluss 1920 arbeitete sie als Doktorandin in Spemanns Labor und führte Experimente zur Embryonalentwicklung mit Zelltransplantationen an Molch-Embryonen durch. 1923 veröffentlichte sie ihre Dissertation über die Entdeckung des Induktions-Effekts: eine bestimmte Zellgruppe, heute als „Spemann-Mangold-Organisator“ benannt, organisiert als Signalzentrum die Ausbildung der Längsachsen und die Einleitung zur Entwicklung des Nervensystems von Embryos. Verpflanzt man diesen Organisator auf einen Embryo einer anderen Art, so wird auch dort diese Entwicklung eingeleitet. Nach ihrer Promotion zog Hilde Mangold mit ihrem Ehemann Otto Mangold und dem gemeinsamen Sohn nach Berlin, wo sie kurz darauf 1924 bei einer Gasexplosion ums Leben kam. Hans Spemann hatte sich gegen Hilde Mangolds Willen als Erstautor der Dissertation gelistet und erhielt 1935 für die Entdeckung des Organisators den Nobelpreis in Physiologie und Medizin. Hilde Mangolds Experimente waren ein wichtiger Ausgangspunkt für die Erforschung biologischer Signalübertragung.
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