Von der Außenseiterin zur Wegbereiterin der Evolutionsbiologie
Lynn Margulis *1938–2011
Life on Earth is such a good story you cannot aford to miss the beginning... Beneath our superfcial diferences we are all of us walking communities of bacteria. The world shimmers, a pointillist landscape made of tiny living beings.
Lynn Margulis

Die Evolutionsbiologin Lynn Margulis wurde 1938 in Chicago geboren. Bereits mit 19 Jahren erwarb sie ihren Bachelor in Biologie an der Universität von Chicago. 1960 folgte der Masterabschluss in Zoologie an der Universität von Wisconsin und 1965 ihre Promotion in Genetik an der Universität von Kalifornien.
Ihre bekannteste wissenschaftliche Leistung war die Weiterentwicklung der Endosymbiontentheorie 1970. Diese besagt, dass eukaryontische Zellen mit Zellorganellen durch eine Endosymbiose mit Bakterien entstanden sind – d.h. viele Zellorganelle waren ursprünglich freilebende Bakterien, deren genetisches Material sich zum gegenseitigen Vor-teil kombiniert und die Evolution vorangetrieben hat. Diese Theorie war anfangs hochumstritten, ist heutzutage jedoch anerkannt. Ihre Arbeit revolutionierte die Ansichten über die Entstehung des Lebens und wurde 1999 mit der National Medal of Science ausgezeichnet.

Des Weiteren postulierte sie gemeinsam mit James Lovelock die kontroverse Gaia-Hypothese, die Betrachtung der Erde mit der gesamten Biosphäre als einen geschlossenen Superorganismus. Lynn Margulis war Professorin für Biologie an der University of Massachusetts, zweimal verheiratet und Mutter zweier Kinder. Sie starb im Alter von 73 Jahren.
Raum
Namensgeberin für:
Multiuser Seminarraum 04 326