Ärztin, Feministin und Wegbereiterin internationaler Gesundheitspolitik
Maria Daelen *1903-1993

Aber ich habe mich nicht entmutigen lassen.
Maria Daelen, 1959 an ihre Mutter [1]
Die Ärztin und Gesundheitspolitikerin Maria Daelen wurde 1903 in Düsseldorf geboren und wuchs nach der Scheidung der Eltern bei ihrem Vater auf. Sie studierte Medizin in Hamburg, München und Berlin, wo sie 1929 ihr Staatsexamen ablegte und 1932 promovierte Sie begann die Fachärztinnenausbildung zur Chirurgie am Krankenhaus Westend. 1933 wechselte sie jedoch zur Charité und schloss hier ihren Facharzt für Innere Medizin ab. In den 1920er und 30er Jahren war sie als autonome, eigenständige und berufstätige Frau Teil der Bewegung der „Neuen Frau“, die sich von Rollenbildern und sexuellen Normen emanzipierte. 1938 eröffnete sie ihre eigene Praxis für Innere Krankheiten. Dort half sie während des Zweiten Weltkrieges mehreren Künstler*innen, sich dem Kriegsdienst zu entziehen und schloss sich einer Widerstandsgruppe aus Ärzt*innen des Staatskrankenhauses der Polizei an. 1945 floh vor der Gestapo nach Österreich. Nach 1946 war sie als Referentin für „Tuberkulosefürsorge“ im hessischen Innenministerium maßgeblich in der Einführung der BCG-Impfung beteiligt. Nachdem sie an das Bundesministerium des Innern in Bonn geholt wurde, übernahm sie dort 1953 die Leitung des neu gegründeten Referats „Internationales Gesundheitswesen“. Sie vertrat die Bundesrepublik Deutschland als Delegierte im Europarat und in der WHO als eine von nur wenigen Frauen auf internationalem Parkett. Maria Daelen blieb ihr Leben lang unabhängig und selbstbestimmt und verstarb im Jahr 1993. [1,2]
Namensgeberin für
Namensgeberin für:
Gruppen Besprechungsraum 06 312
[1] Maren Richter: „Aber ich habe mich nicht entmutigen lassen“, in: Leibniz Magazin, 16.09.2020
[2] Charité – Universitätsmedizin Berlin: Biografie Maria Daelen, Online-Datenbank „Ärztinnen im Kaiserreich“