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Mehr als ein Drittel der Bevölkerung, 37 Prozent, sehen Krebs als die Krankheit an, bei der der größte medizinische Bedarf besteht. Weit abgeschlagen mit 17,6 Prozent steht an zweiter Stelle die Demenz, dicht gefolgt von Psychischen Erkrankungen mit 13,2 Prozent. Die größten Hoffnungen bei neuen Therapien setzen die Deutschen auf Immun- (36%) und Gentherapien (30 %), digitale Medizinlösungen halten noch nicht einmal 10% der Bevölkerung für "besonders erfolgversprechend".

Professor Christopher Baum, Vorsitzender des BIH-Direktoriums und Vorstand für Translation der Charité – Universitätsmedizin Berlin, begrüßte die Umfrageergebnisse: "Es überrascht mich nicht, dass die meisten Krebs als die größte Bedrohung ansehen. Hier besteht nach wie vor der größte "medical need", denn nur etwa die Hälfte der Krebspatientinnen und Krebspatienten kann bisher langfristig geheilt werden. Auch im BIH arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran, diese Situation zu verbessern. Ebenfalls setzen wir in unserer Forschung auf Gen- und Immuntherapien, denn diesen neuen Therapien werden die personalisierte Medizin ermöglichen. Ein bisschen enttäuscht hat mich die niedrige Erwartung gegenüber der digitalen Medizin: Digitale Lösungen, ebenfalls ein Schwerpunkt im BIH, werden die Medizin entscheidend voranbringen, davon bin ich überzeugt. Vermutlich müssen wir hier die zu erwartenden Vorteile noch besser kommunizieren."

Wenn es um generelle Informationen zur Gesundheit geht, dann vertrauen die meisten Menschen nach wie vor ihrem Hausarzt (56%), allerdings informieren sich viele ebenfalls im Internet (41,2%). Erstaunlich wenige (14,6 %) gaben an, Familienangehörige oder Bekannte zum Thema Gesundheit um Rat zu fragen.

Engere Zusammenarbeit mit Pharmazeutischen Industrie erwünscht

Bis eine neue Therapie den Weg aus dem Forschungslabor in die Klinik geschafft hat, vergeht viel Zeit, denn der Weg ist lang, mühsam und teuer. Das scheint den meisten Befragten bewusst zu sein, denn die überwältigende Mehrheit (83,2 %) ist der Überzeugung, dass die akademische Forschung enger mit der forschenden Arzneimittelindustrie zusammenarbeiten sollte. Zwei Drittel der Befragten (65,9%) hielten es für sinnvoll, Kenntnisse zur Gründung eines Unternehmens, wie etwa die Patentierung von geistigem Eigentum oder betriebswirtschaftliche Grundlagen bereits im Studium der Medizin und Naturwissenschaften zu vermitteln. Selbst dabei zu unterstützen, Ideen in die Praxis zu überführen, indem man in ein Gesundheits-StartUp investiert, können sich dagegen die wenigsten vorstellen: Nur 16,6 Prozent der Bevölkerung antwortete auf diese Frage mit "Ja, auf jeden Fall" bzw. mit "Eher ja".

Professor Baum kommentiert diese Ergebnisse: "Um schneller erfolgreiche Produkte auf den Markt bringen zu können, will auch das BIH in Zukunft intensiver mit der Industrie zusammenarbeiten. Dass ein Großteil der Bevölkerung diese Zusammenarbeit befürwortet, bestätigt uns auf diesem Weg."

Alle Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier:

app.civey.com/dashboards/future-medicine-science-match-12266

Grafiken zu einzelnen Fragen stellen wir auf Anfrage gern zur Verfügung.

Dr. Stefanie Seltmann

Leiterin Stabsstelle Kommunikation, Pressesprecherin

Kontaktinformationen
Telefon:+49 30 450 543 019
E-Mail:stefanie.seltmann@bih-charite.de