Medizinforschung im Spotlight: Die Lange Nacht der Wissenschaften 2026

Ob Laborführungen, Workshops oder Science Slams: Besucher*innen der Langen Nacht der Wissenschaften konnten sich ein Bild über Gesundheitsdaten, Biobanking, Einzelzellforschung, Stammzellen und die Gesundheit von Kühen im Stall machen. Auf dem Campus Mitte der Charité – Universitätsmedizin Berlin, dem Campus Buch und dem Max Delbrück Center – Berlin Institute for Systems Biology (MDC-BIMSB) bekamen sie spannende Einblicke in die medizinische Forschung des Berlin Institute of Health at Charité (BIH) geboten.

Biobanking entdecken – kleine Proben, große Wirkung
Was passiert eigentlich mit Probenspenden von Körpermaterialien? Für den medizinischen Fortschritt sind Blut-, Gewebe- und DNA-Proben von unschätzbarem Wert. Das Team der Zentralen Biobank Charité (ZeBanC) zeigte Groß und Klein, wie solche Bioproben erfasst, verarbeitet und eingelagert werden. Teilnehmende konnten selbst an den Labortisch und in Arbeit mit Pipette und Pinzette ausprobieren, wie aus kleinen Proben große Fortschritte für die Gesundheit entstehen.

Anonymisierungsprogramme im Test
Mit einer Psychotherapeutin sprechen, ohne sich selbst preiszugeben? Dies konnten Besucher*innen am Stand unserer AG Gesundheitsdatenschutz ausprobieren. Sie stellten gemeinsam mit Kolleg*innen des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), dem Fraunhofer AISEC, Quality and Usability Lab der Technischen Universität Berlin und dem Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Charité Forschung zur Datenanonymisierung und das Projekt VERANDA vor. Besucher*innen konnten Programme sehen, die es Menschen erlauben, anonymisierte Video-, Audio- und Textgespräche mit Therapeut*innen zu führen, z.B. indem sie in der Videotelefonie als virtueller Avatar angezeigt werden.

Klinische Daten für die Gesundheit von Morgen
Wie können Data Science und KI medizinischen Fortschritt fördern? Die AG Medizininformatik und die Core Unit Research IT stellten das Medizinische Datenintegrationszentrum (MeDIC) des BIH and der Charité vor. Die Forschenden zeigten, wie datengetriebene Wissenschaft funktioniert und stellten technische Lösungen vor, wie Schutz und Qualität der Daten gesichert werden, ohne auf Transparenz und Nachvollziehbarkeit zu verzichten.

MuKoLa – der smarte Stall
Wie können wir Tierwohl im Stall fördern? Viele Kühe leiden an Klauenerkrankungen, die manchmal übersehen werden. Forschende des Julius Wolff Instituts stellten eine videobasierte Software vor, die anhand der Rückenbeugung der Tiere und anderer Sensordaten erkennen kann, ob die Tiere Auffälligkeiten haben. So kann ihnen schneller geholfen werden. Und da der Rücken nicht nur bei Tieren Aufschluss über Gesundheit bringt, konnten Besucher*innen gleichzeitig einen Blick auf die aktuelle Berliner Rückenstudie werfen.

Science Slam: Wissenschaft auf den Punkt gebracht
10 Minuten Wissenschaft – auch dieses Jahr gaben Forschende der Charité und des BIH beim Science Slam richtig Gas. Luke Flanagan, Doktorand in der AG Gesundheitsdatenschutz sprach darüber, wie an der Schnittstelle zwischen Patient*innen, Ärzt*innen und Forscher*innen Datenschutzmaßnahmen genutzt werden können, um die Gesundheitsversorgung zu verbessern und ihre Daten zu schützen.
Einzelzell-Ansätze für die personalisierte Medizin
Besucher*innen ab 14 Jahren konnten am MDC-BIMSB in die Welt der Einzelzellforschung eintauchen. Kolleg*innen der AGs Stammzelldynamiken und Mitochondriale Genomik, Blutkrebs, Stammzellen & Präzisionsmedizin und Genominstabilität und somatischer Mosaizismus (MDC) führten Teilnehmende durch die Labore und zeigten ihnen, inkl. einer Roboterdemonstration, wie Forschende einzelne Zellen betrachten, um die genetischen und molekularen Veränderungen zu verstehen, die uns gesund halten oder nicht.

Proteine: Mehr als nur Nahrung für Bodybuilder
Am Campus Buch führten die Kolleg*innen der Core Unit Proteomik Besucher*innen in die Welt der Proteine ein. An drei verschiedenen Stationen zeigten sie wie die winzigen Bausteine helfen können, Krankheitsmechanismen besser zu verstehen, neue Behandlungsmethoden zu entwickeln und mithilfe der Proteinforschung die Medizin der Zukunft mitzugestalten.

Eine Reise in die Welt der Stammzellen
Zusammen mit dem German Stem Cell Network (GSCN) veranstalteten wir am Campus Buch eine Stempelstation für das kleine Forschungsdiplom für forschende Kinder. Interessierte konnten sich anhand einer interaktiven Poster-Ausstellung über Stammzellforschung informieren und die neuesten Entwicklungen und Forschungsgebiete kennenlernen. Mithilfe unseres Stammzell-Quiz kamen Patient*innen und Stammzellspender*innen ins Gespräch.
Auch dieses Jahr war es wieder ein gelungenes Fest der Wissenschaft. Wir danken allen Kolleg*innen, Teams und Organisator*innen für den unermüdlichen Einsatz und allen wissbegierigen Gäst*innen für ihr Interesse. Bis zum nächsten Jahr!
Impressionen

© BIH | Patricia Ebel 
© BIH | Patricia Ebel 
© BIH | Patricia Ebel 

© BIH | Dr. Sophie G. Elschner 
© BIH | Dr. Sophie G. Elschner 
© BIH | Dr. Sophie G. Elschner 
© BIH | Dr. Sophie G. Elschner 
© BIH | Dr. Sophie G. Elschner 
© BIH | Dr. Sophie G. Elschner 
© BIH | Dr. Sophie G. Elschner 
© BIH | Dr. Sophie G. Elschner 
© BIH | Dr. Sophie G. Elschner 
© BIH | Dr. Sophie G. Elschner 
© BIH | Dr. Sophie G. Elschner 
© BIH | Dr. Sophie G. Elschner