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Dr. Esther Lederberg has enjoyed the privilege of working with a very famous husband. This has been at times also a setback, because inevitably she has not been credited with as much of the credit as she really deserved.

Luca Cavalli-Sforza, früher Arbeitskollege

Die Mikrobiologin und Pionierin der Gentechnik Esther Lederberg wurde 1922 in New York in einer armen jüdisch-orthodoxen Familie geboren. Durch Stipendien und der Nebentätigkeit als Laborlehrassistentin war es ihr möglich, Biochemie am Hunter College und Genetik im Master an der Stanford Universität zu studieren. 1946 graduierte sie und heiratete Joshua Lederberg. An der Wisconsin Universität promovierte sie 1950 über die Entdeckung des Lambda-Phagen, einem Bakteriophagen, ein Virus, das Bakterien befällt. Dies war ein Meilenstein in der molekularen Genetik. In Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann entwickelte sie die heute noch verwendete Stempeltechnik zum Transfer von Bakterienkolonien auf Petrischalen. Außerdem entdeckte sie den Fertilitätsfaktor, ringförmige DNA-Moleküle, sogenannte Plasmide, die Bakterien die Fähigkeit zum einseitig gerichteten Gentransfer verleihen. Für die gemeinsam gewonnenen Erkenntnisse über das Erbgut von Bakterien erhielt Joshua Lederberg 1958 den Nobelpreis in Medizin oder Physiologie, ohne dass Esther Lederbergs Beitrag dabei gewürdigt worden wäre. 1966 erfolgte die Scheidung. Im weiteren Verlauf ihrer Karriere an der Stanford Universität musste Esther Lederberg gegen die geschlechtsspezifische Diskriminierung und für die Anerkennung ihrer beruflichen Leistungen kämpfen. 1985 beendete sie ihre Karriere, heiratete 1993 Matthew Simon und starb 2006 im Alter von 84 Jahren.