Zum Seiteninhalt springen

Das Projekt ‘Hauptstadt der Wissenschaftlerinnen‘ wurde von Juli bis November 2021 vom BIH mit Unterstützung der Berliner Senatskanzlei durchgeführt und ist Teil der Jahresaktion ‘Wissensstadt Berlin 2021‘, die vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller initiiert wurde.  

Viele große Forscherinnen und Hochschullehrerinnen wirkten und wirken in Berlin. Mit dem heute bundesweit höchsten Anteil an Frauen in Wissenschaft & Forschung wird Berlin gerne die ‘Hauptstadt der Wissenschaftlerinnen‘ genannt. Dennoch werden sie in der Öffentlichkeit weniger wahrgenommen, als ihre männlichen Kollegen, und ihre vergangenen und aktuellen Leistungen erfahren seltener die ihnen gebührende Sichtbarkeit. Mit dem Projekt „Hauptstadt der Wissenschaftlerinnen“ wollen wir das ändern!  

Forscherinnen und Hochschullehrerinnen mit Bezug zu Berlin, die den Wissenschaftsstandort Berlin geprägt haben und noch prägen, möchten wir ein Gesicht geben und damit ihre Leistungen würdigen. Denn oft blieb den Wissenschaftlerinnen in der Vergangenheit die gebührende Anerkennung verwehrt, nicht selten gerieten ihre Leistungen in Vergessenheit und in der Regel ist zu wenig über ihr Leben und Wirken im Internet zu finden. Das Projekt setzt da an, wo die meisten Menschen nach schnellen Informationen suchen – in der Wikipedia. Auch dort sind Frauen und ihre Leistungen nicht ausreichend vertreten, gerade einmal 17% der biografischen Einträge sind Frauen gewidmet und Artikel über Wissenschaftlerinnen sind selten. 

Zitat Prof Dr Baum

Für uns am Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) ist die Gleichstellung von Wissenschaftlerinnen eine wesentliche Voraussetzung für Innovation und eine hohe Qualität wissenschaftlicher Arbeit. Gleichzeitig sollte Chancengleichheit für Frauen in der Wissenschaft nichts Besonderes, sondern etwas Alltägliches sein. Daher freue ich mich sehr, dass wir mit dem Berlin Edit-a-thon gemeinsam einen Beitrag dazu leisten können, exzellente Forscherinnen von heute und damals in unserem Alltag sichtbar zu machen

Prof. Dr. Christopher Baum, Vorsitzender des BIH-Direktoriums und Vorstand Charité Translationsforschungsbereich

Wikipedia Edit-a-thons

In drei mehrtägigen Wikipedia Edit-a-thons, sogenannten Schreibwerkstätten, waren Hobbyforscher*innen und Interessierte aufgerufen, in der Wikipedia aktiv mitzuschreiben, Lebensläufe von Wissenschaftlerinnen mit Berlin Bezug zu recherchieren und Beiträge zu schreiben oder zu verbessern. Die Workshops richteten sich an unterschiedliche Zielgruppen – die breite Öffentlichkeit, Senior*innen und Schüler*innen. Angemeldet haben sich 84 Teilnehmer*innen, die gemeinsam über 50 Artikel zu Berliner Wissenschaftlerinnen aller Disziplinen überarbeitet oder sogar neu erstellt haben.  

Mitmachaufruf des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller

Ausstellung im Roten Rathaus

Auf der Basis der Wikipedia-Einträge ist eine Ausstellung entstanden, die 22 Wissenschaftlerinnen aus Vergangenheit und Gegenwart porträtiert. Sie verleiht Frauen, die als Pionierinnen ihres Faches den Weg für künftige Wissenschaftlerinnen ebneten, die verdiente Anerkennung und lässt exemplarisch das Wirken herausragender Forscherinnen der Gegenwart sichtbar werden.  

Von Theda Borde, der Sozialmedizinerin, die als Rektorin die Alice Salomon Hochschule Berlin leitete, über die Chemikerin Emmanuelle Charpentier, die für ihre Genschere CrisprCas 2020 den Nobelpreis erhielt, Cécile Vogt, die als Hirnforscherin 13 mal für den Nobelpreis nominiert wurde, ihn aber nie bekam, bis zur Soziologin und Politikerin Marlis Dürkop-Leptihn, die nach 118 männlichen Vorgängern zur ersten Präsidentin der Humboldt-Universität gewählt wurde, lernen die Besucher*innen außergewöhnliche Vertreterinnen ihres jeweiligen Faches kennen, die allesamt zumindest Abschnitte ihres wissenschaftlichen Lebens in Berlin verbrachten. 

Eine Onlineversion der kompletten Ausstellung finden Sie hier.

Artikel zum Projekt

Radiobeitrag des rbbKultur zum Nachhören

Fotogalerie von der Ausstellungseröffnung​​​​​​​ am 19.10.2021

Ansprechpartnerin

Karin Höhne

Referentin Chancengleichheit / dezentrale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte

Kontaktinformationen
Telefon:+49 30 450 543 048
E-Mail:karin.hoehne@bih-charite.de