„Translation verwandelt wissenschaftliche Erkenntnis in konkrete Hilfe für Menschen“

Am 2. Oktober 2020 wurde Professor Christopher Baum als neuer Vorstandsvorsitzender des Berlin Institute of Health (BIH) in Anwesenheit von Staatssekretär Christian Luft (BMBF) sowie Staatssekretär Steffen Krach (Senatskanzlei für Wissenschaft Berlin) feierlich in sein Amt eingeführt. Der ausgewiesene Wissenschaftsmanager und Experte für Translation, Molekulare Medizin und Gentherapie plant, die medizinische Translation zur exakten, messbaren Wissenschaft weiterzuentwickeln, mit dem Ziel, konkrete Hilfe für Menschen zu leisten. Baum folgt auf Professor Axel R. Pries, der das Amt des Vorstandsvorsitzenden des BIH zwei Jahre kommissarisch innehatte und sich nun wieder ganz seiner Aufgabe als Dekan der Charité – Universitätsmedizin Berlin widmen wird.

Die feierliche Amtseinführung fand nach strengen Hygienevorschriften vor 50 geladenen Gästen im CharitéCrossOver (CCO) auf dem Campus Charité Mitte statt. „Als Vorsitzender des Aufsichtsrats gilt mein besonderer Dank Herrn Professor Axel R. Pries. Ihm ist es in gut zwei Jahren in seiner Doppelrolle als kommissarischer Vorstandsvorsitzender des BIG und Dekan der Charité gelungen, die Interessen von BIG und Charité zu vereinen. Er hat sich damit für eine klare inhaltliche Ausrichtung und mehr Sichtbarkeit des BIG eingesetzt. Damit konnte Professor Pries dem wichtigen Umstrukturierungsprozess seine Handschrift verleihen.“, sagte der Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Christian Luft. „Ich freue mich sehr, dass Herr Professor Baum auf dieses Fundament aufsetzen kann. Mit seiner Expertise und seinem besonderen Gestaltungswillen wird er nun sicherlich den Umstrukturierungsprozess erfolgreich weiterführen. Damit wird er dem BIG - und damit auch der Charité - neue Perspektiven in der Translationsforschung aufzeigen. Ich wünsche Herrn Professor Baum für seine verantwortungsvolle Aufgabe viel Erfolg!“

Dem pflichtete Steffen Krach, Staatssekretär in der Senatskanzlei für Wissenschaft des Landes Berlin bei: „Wir haben mit Christopher Baum einen ausgewiesenen Experten für die Leitung des BIH gefunden, er ist ein großer Gewinn für die ganze Gesundheitsstadt Berlin. Wir haben mit unserem Wissenschafts- und Medizinstandort noch viel vor und ein in die Charité integriertes BIH wird dabei weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Ich wünsche Christopher Baum für seine Aufgaben gutes Gelingen und ich freue mich sehr auf unsere weitere Zusammenarbeit.“

Übertragen von Wissen in Anwendung

„Das BIH soll für seine Mitarbeitenden ebenso wie für die Partnereinrichtungen ein Ort sein, an dem man Kreativität und Entdeckergeist fördert und dabei gleichermaßen betroffenen Patientinnen und Patienten hilft,“ umriss Christopher Baum seine Pläne für die Zukunft des Berlin Institute of Health. „Also konkrete Hilfe für Menschen.“ Besondere Stärken des Instituts sieht der Mediziner Baum, der zuletzt das Amt des Vizepräsidenten Medizin an der Universität Lübeck und Vorstandsmitglied des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) ausübte, in der Biomarkerentwicklung und Präzisionsmedizin, den regenerativen Therapien sowie der Digitalen Medizin. „Diese Stärken können wir einsetzen, um etwa bei besonders schwierigen, komplexen Fällen deutschlandweit bei der Diagnose und der Therapie zu helfen“, schlägt Baum vor. „Gleichzeitig ermöglicht dies die Weiterentwicklung der translationalen Wissenschaft.“

Christopher Baum definiert Translation als Übertragen von Information in Handlung und von Wissen in Anwendung. Im BIH möchte er den Prozess der Translation zu einer exakten Wissenschaft weiterentwickeln, deren Erfolge quantitativ, reproduzierbar und objektiv messbar sind. Neben der Erforschung und Behandlung besonders komplexer medizinischer Probleme sieht Baum auch in der Digitalisierung der Medizin große Aufgaben und Chancen für das BIH. „Im Berliner Raum ist bereits ein hervorragendes Umfeld entstanden, hier würde ich gerne mit den verschiedenen Akteurinnen und Akteuren überlegen, welche Handlungsfelder man gemeinsam besetzen kann.“ Als „Herzensanliegen“ bezeichnet Baum das Feld der regenerativen Medizin, in dem er selbst als Wissenschaftler gemeinsam mit nationalen und internationalen Kolleg*innen an der Entwicklung gentherapeutischer Verfahren beteiligt war. „Hier beeindruckt mich vor allem die Weiterentwicklung der ATMPs, also der fortgeschrittenen therapeutischen Medizinprodukte, wie sie aus dem BCRT kommen, dem Berliner Centrum für Regenerative Therapien, das seit einem Jahr Bestandteil des BIH ist.“

Große Vorhaben – starke Partner

Professor Axel R. Pries hatte in den vergangenen beiden Jahren das Amt des Vorstandsvorsitzenden des BIH kommissarisch ausgeübt, gleichzeitig zu seiner Funktion als Dekan der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Er schied mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus dem Amt. „Ich habe sehr gern mit den großartigen Kolleginnen und Kollegen am BIH daran gearbeitet, unsere Mission ‚Aus Forschung wird Gesundheit‘ umzusetzen. Ob in der Digitalen Medizin, der klinischen Forschung oder zuletzt ganz konkret bei der Bewältigung der Corona-Pandemie haben wir viele verschiedene translationale Projekte zum Erfolg geführt. Andererseits freue ich mich, dass wir mit Professor Baum einen Vorstandsvorsitzenden gefunden haben, der all diese Gebieten weiter vorantreiben wird. Mit ihm werde ich als Dekan auch weiterhin sehr eng zusammenarbeiten, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehende Integration des BIH in die Charité.“

Das BIH wurde 2013 gegründet, um die Übertragung von Forschungsergebnissen in die Klinik, die so genannte Translation, zu beschleunigen. Gründungsinstitutionen sind die Charité und das Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin (MDC) in der Helmholtz-Gemeinschaft. Zu Beginn des Jahres 2021 soll das BIH als dritte Säule neben Krankenversorgung sowie Forschung und Lehre in die Charité integriert werden. Damit wird Baum als Direktor des BIH auch im Vorstand der Charité sitzen. Professor Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité, begrüßte den neuen BIH-Vorstandsvorsitzenden und baldigen Vorstandskollegen: „Ich wünsche Christopher Baum in seiner neuen Position viel Freude und Erfolg dabei, die Translation von Forschungsergebnissen weiter voranzubringen und die durch die Neuaufstellung des BIH nun möglichen Synergien mit der Charité gewinnbringend zu nutzen. Christopher Baum ist ein Gewinn für den Forschungsstandort Berlin und ich freue mich auf die gemeinsame Arbeit im Charité-Vorstand.“

Die zweite Gründungsinstitution des BIH, das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in der Helmholtz-Gemeinschaft, wird ab 2021 der Privilegierte Partner des BIH. Professor Thomas Sommer, Wissenschaftlicher Vorstand des MDC (komm.), sagte zur Amtseinführung von Christopher Baum: „Das BIH als Brücke zwischen Grundlagenforschung und Klinik ist für uns der ideale Partner in Berlin.Unsere Wissenschaftler*innen bringen ihre Innovationskraft in der vaskulären Biomedizin, in der Einzelzellanalyse und bei den Technologieplattformen ein. MDC, BIH und Charité möchten die Idee eines gemeinsamen Forschungsraumes für die Translation zum Wohl der Patientinnen und Patienten weiterentwickeln. Dabei möchten wir den Ansatz der Systemmedizin, eine visionäre ganzheitliche Herangehensweise zur Erkennung und Behandlung von Krankheiten, in Berlin mit Leben füllen. Darauf freuen wir uns sehr! Ich wünsche Christopher Baum und uns allen viel Erfolg.“

Den Lebenslauf von Professor Christopher Baum finden Sie hier:
https://www.bihealth.org/de/ueber-uns/organisation/vorstand/professor-christopher-baum

Ein Foto von Professor Christopher Baum finden Sie hier zum Download:
https://bit.ly/3fvX74C

Über seine konkreten Pläne in Berlin äußert sich Christopher Baum im BIH-Podcast: https://www.bihealth.org/de/aktuelles/mediathek/bih-podcast