Pressemitteilung: Die Entstehung von Krebs bei Kindern besser verstehen

Neue Emmy Noether-Nachwuchsgruppe an der Charité

An der Charité – Universitätsmedizin Berlin erforscht eine neue Emmy Noether-Nachwuchsgruppe die Ursachen der Entstehung von Tumoren bei Kindern. Sie wird für fünf Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 1,7 Millionen Euro gefördert.

Warum erkranken Kinder in den ersten Jahren ihres Lebens an Krebs? Wie erklärt sich dies, wenn sie keinen krebserregenden Substanzen ausgesetzt waren? Die neue Forschergruppe unter der Leitung von Dr. Anton Henssen von der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie der Charité geht diesen Fragen nach. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler möchten verstehen, wie bestimmte genomische Mutationen zur Entstehung von bösartigen Tumoren im Kindesalter beitragen. Dafür entwickeln sie moderne Sequenziermethoden der DNA. Sie dienen dem Ablesen der exakten Abfolge der einzelnen Genombausteine.

„Mit diesen Methoden zur Identifizierung von Genomen sind wir in der Lage, Mutationen in Tumoren zu erkennen. Uns interessieren besonders die Mechanismen, die diese Mutationen in Tumoren entstehen lassen“, erklärt Dr. Henssen. Er und sein Team untersuchen sogenannte DNA Transposasen – Enzyme, die wie Scheren die DNA zerstückeln können. Diese DNA Scheren sind in kindlichen Tumoren aktiv und tragen zur Entstehung dieser bei. Daher werden die Forscher Tumore von Kindern sequenzieren und diese Sequenzen auf Zeichen einer Aktivität der DNA Transposasen hin untersuchen. „Zudem planen wir, die Effektivität von neuen Krebstherapien zu testen, um den Kindern schon in den nächsten Jahren bessere und stärker personalisierte Therapien anbieten zu können“, beschreibt der Kinderonkologe die Ziele seiner Emmy Noether-Nachwuchsgruppe.



Dr. Henssen forscht an der Charité und im Deutschen Krebskonsortium (DKTK). Er ist darüber hinaus BIH Charité Clinician Scientist. Dieses Programm vom Berlin Institute of Health (BIH) und von der Charité umfasst eine strukturierte Facharztausbildung und ermöglicht gleichzeitig Raum für klinische und grundlagenorientierte Forschung.