BIH-Vorstand begrüsst Senatsbeschluss zum BIH

Gemeinsame Pressemitteilung des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH), der Charité - Universitätsmedizin Berlin und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch

Der Vorstand des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) hat den vom Berliner Senat am 16. Dezember 2014 beschlossenen Gesetzesentwurf begrüßt, wonach das BIH eine Körperschaft des öffentlichen Rechts werden soll. „Diese Rechtsform garantiert dem BIH eine verbindliche und stabile Struktur für die translationale Forschung.“ Das erklärten der BIH-Vorstandsvorsitzende Prof. Ernst Th. Rietschel und die BIH-Vorstandsmitglieder Prof. Karl Max Einhäupl (Vorstandsvorsitzender der Charité - Universitätsmedizin Berlin) und Prof. Annette Grüters-Kieslich (Dekanin der Charité) sowie Prof. Thomas Sommer (wissenschaftlicher Vorstand, komm., des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch. Dieser Entwurf wird jetzt zu Beratungen und zur Abstimmung in das Berliner Abgeordnetenhaus eingebracht.

„Die Rechtsform der Körperschaft des öffentlichen Rechts ermöglicht es den beiden Gründungseinrichtungen des BIH, Charité und MDC, ihre langjährige Zusammenarbeit in der medizinischen Forschung zu institutionalisieren und damit die internationale Sichtbarkeit der Berliner Biomedizin weiter zu steigern“, betonte der BIH-Vorstand. Im Gesetzgebungsverfahren für das BIH ist nun der nächste Schritt erreicht. Die Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Land vom Januar 2013 zur Errichtung des BIH sieht vor, dass das BIH eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit den beiden voll rechtsfähigen Gliedkörperschaften MDC und Charité wird.

Der Gesetzesentwurf umfasst neben dem Gesetz über das Berliner Institut für Gesundheitsforschung auch das Gesetz über die Körperschaft des öffentlichen Rechts „Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft“ sowie Änderungen des Berliner Universitätsmedizingesetzes, die im Rahmen der Gründung des BIH nötig werden. Das MDC wird damit seine Rechtsform ändern und von einer Stiftung des öffentlichen Rechts in eine Körperschaft des öffentlichen Rechts umgewandelt. Die Charité ist eine gemeinsame Einrichtung der Freien Universität und der Humboldt-Universität und damit eine Gliedkörperschaft dieser beiden Berliner Universitäten. MDC und Charité als Gliedkörperschaften des BIH bleiben somit rechtlich selbstständig. Das heißt, sie können über eigene Belange – am MDC etwa die Forschung im Rahmenprogramm der Helmholtz-Gemeinschaft oder an der Charité Lehre, Forschung und Krankenversorgung – weiterhin frei bestimmen.

Krankheits- und organübergreifende Prozesse im Fokus

Im BIH bündeln das außeruniversitäre MDC und die universitäre Charité ihre experimentelle und klinische Forschung unter einem ganzheitlichen, systemmedizinischen Forschungsansatz. Im Fokus stehen krankheits- und organübergreifende Prozesse des menschlichen Organismus. Grundgedanke des BIH ist es, mit neuen wissenschaftlichen und technologischen Ansätze Krankheiten besser zu verstehen und neue diagnostische, therapeutische und präventive Verfahren zu entwickeln oder bereits bewährte Methoden auf neue Gebiete anzuwenden. Das Ziel ist, durch Bündelung der Forschung Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung schneller in die Klinik zu übertragen und klinische Beobachtungen in Forschungsansätzen zu analysieren (translationale Forschung).

Das BIH wurde im März 2013 von Charité und MDC gegründet. Bis Ende 2014 finanziert der Bund das BIH über die Helmholtz-Gemeinschaft. Ab 2015 soll das BIH zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent vom Land Berlin getragen werden. Bis 2018 wird das BIH mit rund 300 Millionen Euro gefördert. Über die „Private Exzellenzinitiative“ von Johanna Quandt werden durch die Stiftung Charité zusätzlich 40 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Zu Beginn des Jahres 2014 sind die ersten Forschungsprojekte des BIH gestartet.

 

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Charité – Universitätsmedizin Berlin

Die Charité ist eine gemeinsame Einrichtung der Freien Universität Berlin (FU) und der Humboldt-Universität zu Berlin (HU). Sie zählt zu den größten Einrichtungen der Universitätsmedizin Europas. Hier forschen, behandeln und lehren Ärzte und Wissenschaftler auf internationalem Spitzenniveau. Über die Hälfte der deutschen Nobelpreisträger für Medizin und Physiologie stammt aus der Charité, unter ihnen Emil von Behring, Robert Koch und Paul Ehrlich. Unter allen medizinischen Fakultäten in Deutschland ist die Charité die Einrichtung mit dem höchsten Drittmittelaufkommen sowie Spitzenreiter bei der Forschungsförderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Dank zahlreicher Erfolge in der Exzellenzinitiative sowie bei anderen hochkompetitiven Forschungsförderverfahren der DFG, des Bundesforschungsministeriums sowie der EU verfügt die Charité über die meisten kooperativen Forschungsprojekte in der deutschen Universitätsmedizin. Weltweit wird das Universitätsklinikum als Ausbildungsstätte geschätzt. Der Campus verteilt sich auf vier Standorte – Campus Berlin-Buch, Campus Charité Mitte, Campus Virchow-Klinikum und Campus Benjamin Franklin. Zu ihnen gehören über 100 Klinika und Institute, gebündelt in 17 Charité Centren. Mit 13.000 Mitarbeitern erwirtschaftet die Charité mehr als eine Milliarde Euro Umsatz pro Jahr und ist damit einer der größten Arbeitgeber Berlins. Im Jahr 2010 konnte die Charité auf eine 300-jährige Geschichte zurückblicken.

 

MDC außeruniversitäre Forschungseinrichtung

Das MDC wurde im Januar 1992 auf Empfehlung des Wissenschaftsrats gegründet, um molekulare Grundlagenforschung mit klinischer Forschung zu verbinden. Es ist eines von 18 Forschungseinrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, der mit nahezu 36.000 Mitarbeitern und einem Etat von rund 3,8 Milliarden Euro größten Forschungsorganisation in Deutschland.

Das MDC hat derzeit 1.607 Beschäftigte, darunter 517 Wissenschaftler und 297 Doktoranden aus 61 Ländern der Erde. Das Budget des MDC beträgt jährlich über 80 Millionen Euro, hinzukommen von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eingeworbene Drittmittel in zweistelliger Millionenhöhe. Das MDC wird, wie alle Helmholtz-Einrichtungen, zu 90 Prozent vom Bundesforschungsministerium und zu zehn Prozent von dem Land, in dem es seinen Sitz hat, beim MDC ist es Berlin, finanziert.

MDC und Charité arbeiten seit vielen Jahren zusammen. 2007 gründeten sie auf dem Campus Berlin-Buch das Experimental and Clinical Research Center (ECRC). Sie fördern dort auf Projektbasis die Zusammenarbeit zwischen Grundlagenforschern und klinischen Forschern. Das MDC ist zudem an drei der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung beteiligt, welche komplementär zum systemmedizinischen Ansatz des BIH krankheitsbezogen arbeiten. So ist das MDC mit „Cardio Berlin“ gemeinsam mit der Charité und dem Deutschen Herzzentrum (DZHB) im Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) vertreten. Darüber hinaus sind Wissenschaftler des MDC am Berliner Standort des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) sowie des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK) beteiligt.