Pressemitteilung: BIH fördert Transferprojekte zu neuen Wirkstoffen und Diagnosemethoden

Forscherinnen und Forscher des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) entwickeln neue Wirkstoffe zur Therapie von Krebs und Alzheimer. Diese beiden Vorhaben sowie zwei Projekte, in denen es um neue Diagnosemethoden geht, werden vom BIH mit jeweils 50.000 Euro gefördert. Ziel dieser Förderung: innovative Erkenntnisse der translational und systemmedizinisch orientierten Forschung schneller in diagnostische und therapeutische Ansätze zu überführen.

Der Weg von der Grundlagenforschung zum wirksamen Medikament ist oft lang – und kostenintensiv. Hier setzt der BIH-Technologietransferfonds Pharma an: Vielversprechende BIH-Forschungsvorhaben werden gefördert, die ein kommerzielles oder klinisches Innovationspotenzial haben und bei denen Belege für eine wirtschaftliche Verwertung noch fehlen. Die Förderung der vier Projekte, die jetzt ausgewählt wurden, soll einer entsprechenden Validierung dienen.

In jeweils einem Projekt entwickeln BIH-Forscherinnen und -Forscher neue Wirkstoffe, die zur Behandlung von Krebs und Alzheimer eingesetzt werden könnten. Erich Wanker (Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, MDC) wird bei der Suche nach einem Wirkstoff im Kampf gegen Alzheimer unterstützt. Der Wirkstoff zum Einsatz gegen Krebs, an dem Claus Scheidereit (MDC) in seinem vom BIH geförderten Projekt arbeitet, soll insbesondere dabei helfen, die Wirksamkeit von Chemo- und Bestrahlungstherapien zu verbessern. Diese Therapien aktivieren bestimmte zelluläre Signalwege, was im Rahmen der Krebsbehandlung unerwünscht ist, da dies den erwünschten Zelltod verhindert. Ziel ist es, weitere Wirkstoffkandidaten zu charakterisieren, die diese Signalwege selektiv blockieren können.

Zwei weitere Projekte, die mit dieser auf den Transfer wissenschaftlicher Innovationen in anwendbare Medizinprodukte ausgerichteten Förderlinie unterstützt werden, zielen auf neue Diagnosemethoden ab und beschäftigen sich mit Wegen, zirkulären RNAs sowie Autoantikörpern bei chronischer Herzmuskelschwäche auf die Spur zu kommen.

Zirkuläre RNAs sind u. a. an der Regulation der Genexpression beteiligt. Über das medizinische Potenzial von zirkulären RNAs gibt es zurzeit noch wenig Wissen; möglich wäre, sie als diagnostische Biomarker bei der Detektion verschiedener Krankheiten zu nutzen. So wird auch das vom BIH geförderte Projekt unter der Leitung von Nikolaus Rajewsky und Sebastian Memczak (MDC) eine mögliche diagnostische Anwendung von zirkulären RNAs testen. Autoantikörper werden bei Autoimmunerkrankungen gebildet. Bindet ein Autoantikörper an einen Rezeptor einer Zelle, kann dieser dauerhaft aktiviert und die Zelle – zum Beispiel eine Muskelzelle – auf lange Sicht geschädigt werden. Beim Herzmuskel führt dies zu einer dauerhaft reduzierten Herzfunktion. Lutz Schomburg (Charité) sucht in seinem geförderten Projekt nach Wegen, um diese Autoantikörper spezifisch nachzuweisen und dadurch die Diagnostik und Therapie zu verbessern.

Die vier vom BIH-Technologietransferfonds Pharma 2015 geförderten Projekte wurden Ende April 2015 von einer externen Expertenkommission in Rahmen eines zweistufigen Verfahrens ausgewählt. Das Ziel dieser Fördermaßnahme: dazu beizutragen, dass Ergebnisse der translational und systemmedizinisch orientierten Forschung des BIH schneller in diagnostische und therapeutische Methoden überführt werden können. Antragsberechtigt waren Forscherinnen und Forscher der Charité - Universitätsmedizin Berlin und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC).
 

Kontakt:

Alexandra Hensel
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