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Prof. Andreas Thiel

Kontaktinformationen
Anschrift:Berlin Institute of Health at Charité (BIH)
Translationale Immunologie
Campus Virchow-Klinikum
Augustenburger Platz 1
D-13353 Berlin

Forschungsschwerpunkte

Altersbedingte Veränderungen des Immunsystems

Die Gründe der verringerten Immunkompetenz bei älteren Menschen sind trotz intensiver Forschung noch unklar. Sie sind vermutlich auf systemische Ursachen zurückzuführen, die von Patient zu Patient variieren können. Gemeinsam mit Systembiologen werten wir große Datenmengen aus und untersuchen die Zusammenhänge. Auf dieser Basis untersuchen wir grundlegende Mechanismen der veränderten Immunität bei älteren Menschen. Wir möchten damit den Menschen ein Altern in Würde und in guter Gesundheit ermöglichen.

T-Zell-Immunität

Bei Organ-Transplantationen ist eine chronische Immunsuppression (d.h. eine dauerhafte Unterdrückung der Immunreaktion) erforderlich, um Organabstoßungen zu vermeiden. Die dabei eingesetzten Immunsuppressiva hemmen eine effiziente T-Zell-vermittelte Immunität gegen Krankheitserreger, wie z.B. Viren. In diesem Fall kann eine adoptive Zelltherapie mit virus-spezifischen T-Zellen aus seropositiven Donoren eine effiziente Behandlungsoption in der Klinik sein. Unser Ziel ist es, selektiv Antigen-spezifische T-Zellen nach Aktivierungsmarker-Signaturen mit Hilfe neuartiger Methoden zu isolieren. Eine weit verbreitete Technik ist das Magnetic Activated Cells Sorting (MACS), um Zellen gemäß ihrer Oberflächenmarker zu trennen. Wir konnten zeigen, dass zwei Oberflächenmarker (CD154 und CD137) notwendig sind, um gezielt und effizient Antigen-spezifische naive T-Zellen zu isolieren.

Regenerative Therapien/ Adoptive T-Zell-Therapien

Regulatorische T-Zellen (Treg) können die Aktivität des Immunsystems hemmen und stehen deshalb im Fokus von adoptiven Zell-Therapien, um unerwünschte Immunreaktionen zu unterdrücken, z.B. im Laufe von Autoimmunerkrankungen. Demzufolge ist eine Isolation und Anreicherung von Antigen-spezifischen regulatorischen T-Zellen von großem Nutzen für adoptive T-Zell-Therapien. Aktuelle Ergebnisse unserer Arbeitsgruppe haben gezeigt, dass Antigen-spezifische Treg und konventionelle T-Zellen simultan analysiert werden können und somit neue Zell-Therapien mit Antigen-spezifischen Treg möglich sind.

CD8 Helfer-T-Zellen

Weiterhin beschäftigen wir uns mit CD8 Helfer-T-Zellen. Hierbei handelt es sich um CD8 T-Zellen, die CD40L aussondern, ein Hauptmolekül für T-Zell-Hilfe. CD40L+ CD8+ T-Zellen bieten potente Helferfunktionen, wie z.B. APZ Aktivierung und Expressionsmuster vergleichbar zu CD4 T-Zellen. Dieser neue CD8 T-Zell-Subtyp ist ein vielversprechender Kandidat für zelluläre Immuntherapien, vor allem zur Behandlung von Tumoren.

Durchflusszytometrie

Bei allen Projekten wird die klassische Durchflusszytometrie angewandt, welche auch in der konventionellen klinischen Diagnostik eine der Schlüsseltechnologien ist. Die Core Unit Flow Cytometry, die von Dr. Désirée Kunkel geleitet wird, ist seit der Gründung des BCRT in unsere Gruppe integriert.

In allen unseren Forschungsschwerpunkten stehen quantitative und qualitative Immunanalysen und daraus ableitbare diagnostische Techniken im Mittelpunkt. Wir konzentrieren uns hierbei auf Ansätze, die zum einen für die Grundlagenforschung von krankheitsrelevanten Mechanismen genutzt, zum anderen aber auch in Diagnostik- und Prognostikstudien angewendet werden können.

Akkordeon