AG Christof von Kalle - Klinische Translationale Wissenschaften

Forschungsschwerpunkte

Unsere Forschung dreht sich um die Themen Genetik, Gentherapie, Immunologie und Krebs.

Auf Basis der bisherigen Erfahrungen mit der Analyse von Genvektoren entwickelt die Arbeitsgruppe Werkzeuge für eine vertiefte Analyse des klonalen Repertoires der T-Zell- und B-Zell-Rezeptorbildung. Wir möchten verstehen, wie viele funktionelle Klone in der peripheren Zirkulation normaler gesunder Individuen vorhanden sind und wie sie in Bezug auf Rezeptor-Rearrangement-Sequenzen, Antigen-Spezifität, molekulare und funktionelle Konvergenz verteilt sind. Wir suchen die Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Forschungsgruppen und Interessen am MDC und an der Charité (s. a. Forschungsplattform Multiskalen-Omics).

Zudem widmet sich die Arbeitsgruppe am BIH dem Projekt, die Hochdurchsatzanalyse in die klinische Anwendung gegen Krebs zu bringen und baut dabei auf die Erfahrungen des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg auf.

Ein wesentlicher Bestandteil der Gentherapie-Forschung geht in dem 2014 gegründet Biotech Start-up GeneWerk auf. Hier werden Genvektor-Biosicherheitsanalysen und Hochdurchsatz-Repertoirestudien in Zusammenarbeit mit Pharma- und Biotech-Unternehmen durchgeführt.

Projekte

Clinical Translational Sciences Platform and Clinical Study Center

Um effektiv zu sein, benötigt klinische Translation komplexe Infrastrukturen, die von der Charakterisierung von Patientenkollektiven und deren Proben bis hin zu administrativen Strukturen zur Qualitätssicherung und Betreuung von klinischen Studien reichen. Diese Funktionen entwickelt das Clinical Study Center, das BIH und Charité gemeinsam aufgebaut haben und das BIH-Chair Prof. Christof von Kalle leitet. In Studien, die in einem akademischen Umfeld durchgeführt werden, können aus Ergebnissen (unabhängig davon, ob das ursprüngliche Ziel der Studie erreicht wird oder nicht) neue experimentelle Forschungsansätze identifiziert werden (bedside-to-bench), die im Sinne des ‘Full-Circle‘-Prinzips wieder zu präklinischen und klinischen Untersuchungen führen (bench-to-bedside). 

Digital Health - The Data Box Project

DataBox ist ein von BMBF und BMG gefördertes Projekt in Zusammenarbeit mit SAP, Siemens und mehreren Krankenkassen sowie der multizentrischen nNGM-Lungenkrebsstudie. Das Projekt DataBox erstellt und testet patientenzentrierte Datenräume und verwaltet diese rechtlich. Die Notwendigkeit, den Bürgern wieder die Kontrolle über ihre Daten zu geben, ist eine neue und zwingende Aufgabe der Gesundheits-IT gemäß der neuen EU-Verordnung zum allgemeinen Datenschutz. DataBox zielt darauf ab, Probleme mit dem Besitz, der Übertragung und der Speicherung von Daten zu lösen, indem individuelle Datenräume, die rechtmäßig jedem Einzelnen gehören, für Patienten aller Stufen der digitalen Kompetenz (vom Festnetztelefon bis zum Smartphone) zur Verfügung gestellt werden. Die Patienten können sofort auf ihre individuellen Gesundheitsdaten zugreifen, sobald diese verfügbar sind, und sie an ausgewählte Gesundheitsdienstleister ihrer Wahl weitergeben. Gleichzeitig können Gesundheitsdienstleister die Plattform nutzen, um Gesundheitsdaten hochzuladen. Dieses Konstrukt ermöglicht nicht nur die Befähigung der Patienten und die Schaffung eines digitalen Patienten-Service-Ökosystems, sondern löst auch die Frage des Datenschutzes für die Langzeitspeicherung von Daten.

Ausgewählte Publikationen

Abdul-Razak HH, Rocca CJ, Howe SJ, Alonso-Ferrero ME, Wang J, Gabriel R,Bartholomae CC, Gan CHV, Garín MI, Roberts A, Blundell MP, Prakash V, Molina-Estevez FJ, Pantoglou J, Guenechea G, Holmes MC, Gregory PD, Kinnon C, vonKalle C, Schmidt M, Bueren JA, Thrasher AJ, Yáñez-Muñoz RJ. Molecular Evidence ofGenome Editing in a Mouse Model of Immunodeficiency. Sci Rep. 2018 May29;8(1):8214

Brinker TJ, Rudolph S, Richter D, von Kalle C. Patient-Centered Mobile Health DataManagement Solution for the German Health Care System (The DataBox Project).JMIR Cancer. 2018 May 11;4(1):e10160

Speck T, Heidbuechel JPW, Veinalde R, Jaeger D, von Kalle C, Ball CR, Ungerechts G, Engeland CE. Targeted BiTE Expression by an Oncolytic Vector Augments Therapeutic Efficacy Against Solid Tumors. Clin Cancer Res. 2018 May 1;24(9):2128-2137

von Kalle C, Fehse B, Büning H. Gene and Cell Therapy in Germany. Hum Gene Ther. 2017 Oct;28(10):781. doi: 10.1089/hum.2017.29057.cvk.

Lichter P, von Kalle C. Special Section: From Genes to Bedside and Back. Int J Cancer. 2017 Sep 1;141(5):886. doi: 10.1002/ijc.30836.